Altomünster:Petition: Geringere Geschwindigkeit

Anwohner fordern auf Pipinsrieder Straße Tempo 30

Sie ist die größte Ausfallstraße, die vom Hauptort der Marktgemeinde gen Norden führt: die Pipinsrieder Straße. Morgens und abends ist die Verkehrsdichte besonders hoch, nicht nur wegen des durchfahrenden Berufsverkehrs. Auch viele S-Bahn-Pendler aus der gesamten Region nutzen sie, um zum Altomünsterer Bahnhof zu gelangen. Seit einigen Tagen findet sich auf der Internet-Plattform Open Petition ein Aufruf, der sich für eine Geschwindigkeitsbeschränkung für die Pipinsrieder Straße auf 30 Kilometer in der Stunde einsetzt.

Christian Gottswinter, ein Anwohner der Pipinsrieder Straße, hat die Petition unter der Überschrift "Für ein lebenswertes Altomünster" gestartet. Er wird unter anderem von seinem Nachbarn Peter Schultes unterstützt, der ein ehemaliger Gemeinderat und bis heute in der Gemeinde aktiv ist. Schultes erläuterte der Dachauer SZ die Beweggründe für die Petition: "Der Verkehr nimmt immer mehr zu. Gerade für Kinder wird das Überqueren der Pipinsrieder Straße immer gefährlicher. Auch ältere Menschen tun sich schwer, Radfahrer sind gefährdet." Zudem steige die Lärmbelästigung der Anwohner, so Schultes. Gottswinter und er plädieren daher für eine Tempobeschränkung. Nicht auf der gesamten Straßenlänge, sondern nur zwischen der Einmündung der Straße Am Klosterweiher bis zum Übergang der Pipinsrieder Straße in die Herzog-Heinrich-Straße.

Schultes, berichtet, dass Christian Gottswinter und er sich in dieser Angelegenheit schon an das Rathaus gewendet hätten. Dort lautete die Auskunft: Die Marktgemeinde sei für Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Pipinsrieder Straße nicht zuständig, das sei Sache des Landratsamts. Der Geschäftsstellenleiter Christian Richter bestätigte auf Nachfrage: "Das ist richtig. Die Pipinsrieder Straße ist eine Kreisstraße und liegt damit in der Verantwortung des Landratsamts."

Tatsächlich gibt es schon seit einigen Jahren einen kurzen Abschnitt der Pipinsrieder Straße, für den Tempo 30 gilt. Er findet sich auf einer Länge von rund 50 Metern, kurz hinter dem Beginn der Straße nach der Kurve der Herzog-Georg-Straße.

Die Beschränkung wurde gegen Ende der Amtszeit von Bürgermeister Konrad Wagner eingeführt. Das Landratsamt wollte damals die Einfahrt einer kleinen Gasse, die aus dem historischen Ortszentrum in die Pipinsrieder Straße führt, sperren. "Wegen der Unübersichtlichkeit der Einmündung", erinnert sich Richter. Der Gemeinderat stellte sich quer, weil er Probleme befürchtete, wenn Fahrzeuge in der engen Gasse wenden müssten. Der Kompromiss lautete damals: Die Gasse bleibt offen, es gilt aber ein Rechtseinbiegegebot, die Geschwindigkeit auf der Pipinsrieder Straße wird dafür beschränkt.

Schultes fragt sich nun: "Wenn auf diesem Abschnitt eine Tempobeschränkung möglich ist, warum dann nicht auf einem längeren Teilstück?" Die Verkehrssituation sei überall gefährlich. "Ich könnte mir auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung durch das gesamte Ortszentrum bis zur Bahnhofsstraße vorstellen", so Schultes weiter. Der Gemeinderat hatte im vergangenen Jahr bereits Tempo 30 rund um den Rathausplatz beschlossen.

© SZ vom 22.07.2021 / kram
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