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50. Jahrestag:Unvergessene Namen

Gottesdienst in der Dachauer Versöhnungskirche zum Gedenken an die Opfer des Brandanschlags im Jahr 1970

Am 13. Februar 1970, an einem Freitagabend kurz nach Schabbatbeginn, wurde ein Brandanschlag auf das Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde in der Münchner Reichenbachstraße verübt. Sieben Holocaustüberlebende, die im dortigen Seniorenheim wohnten, starben: Regina Rivka Becher, Max Meir Blum, Rosa Drucker, Leopold Arie Leib Gimpel, David Jakubowicz, Siegfried Israel Offenbacher und Eljakim Georg Pfau. Einige der Opfer hatten nationalsozialistische Konzentrationslager überlebt. Bis heute ist dieses schreckliche Verbrechen, der schwerste Anschlag auf die jüdische Gemeinschaft in Deutschland seit 1945, nicht aufgeklärt. Vermutlich hatte die Tat einen antisemitischen Hintergrund.

Zum 50. Jahrestag des Anschlags wird in der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau an die Opfer erinnert. Das namentliche Gedenken findet am Sonntag, 16. Februar, um 11 Uhr, im Rahmen des Gottesdienstes statt. Den Gottesdienst gestalten Pfarrerin Claudia Buchner und Kirchenrat Björn Mensing, Landeskirchlicher Beauftragter für evangelische Gedenkstättenarbeit. An der musikalischen Gestaltung beteiligt sich ein Ensemble des Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasiums unter Leitung von Jutta Wörther.

Für Pfarrerin Buchner ist es ihr letzter Gottesdienst in der Versöhnungskirche. Am 29. Februar endet das zweijährige Spezialvikariat der jungen Theologin in der Gedenkstättenarbeit. Ab März wird sie in Bad Reichenhall im Gemeindedienst sowie in der Kur- und Klinikseelsorge tätig sein. Nach dem Gottesdienst besteht die Möglichkeit, sich persönlich von Claudia Buchner zu verabschieden.

© SZ vom 23.01.2020 / SZ

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