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Coronavirus:Dosen im Gepäck

Corona:

MAN-Werksarzt Oliver Breitkopf und Matthias Skrypczak, Versorgungsarzt aus Fürstenfeldbruck, stellen das neue Impfmobil vor.

(Foto: Robert Haas)

MAN hat ein Impfmobil entwickelt, das im Umland starten soll

Von Sebastian Theuner

Noch steht das in knalligem Gelb-Orange gehaltene Gefährt auf dem Parkplatz vor dem "MAN Truck Forum" im Münchner Norden. Bald schon aber wird das neue Impfmobil auf den Straßen unterwegs sein, um den Corona-Impfstoff zu impfberechtigten Menschen zu transportieren. Vor allem Patienten, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sollen profitieren. Zunächst ist ein Einsatz des Impftrucks im Raum Fürstenfeldbruck und Dachau vorgesehen.

Mit der Entwicklung begonnen hatte der Münchner Fahrzeughersteller MAN vor Weihnachten gemeinsam mit Experten aus dem Gesundheitsbereich. Das nun vorgestellte Impfmobil fährt voll elektrisch, die Reichweite beträgt 120 bis 140 Kilometer. "Das reicht für zwei Tage gut aus", sagt Matthias Skrypczak, Versorgungsarzt und ärztlicher Leiter des Impfzentrums in Fürstenfeldbruck. Er freut sich über die Unterstützung. Das rote Kreuz habe zwar viel Personal und eigene Fahrzeuge, doch die Impfkampagne sei ein Projekt außergewöhnlicher Größenordnung: "Das kann man gar nicht auf genug Schultern verteilen." Mit einem speziellen Impfmobil könne man einiges noch optimaler gestalten. So bietet der Transporter Platz für sechs Personen sowie Kühlboxen und Notfallausrüstung.

Noch ist unklar, ab wann genau das Impfmobil im Einsatz sein wird. Sobald genug Impfstoff zur Verfügung steht, könne man jedoch starten. "Es kann jederzeit losgehen, aufgeladen ist er", sagt Oliver Breitkopf, leitender Betriebsarzt des MAN-Standortes München. Er betont: "Wir nehmen niemandem die Impfstoffe weg. Stattdessen wollen wir ein Teil der Impfstrategie sein und unterstützen." Ein Mobil in München sei bislang nicht geplant. Bei Interesse der Stadt hält Breitkopf den Einsatz aber für durchaus möglich. Falls weitere Fahrzeuge gebraucht würden, stehe man bereit.

Momentan werden die Bewohner in Münchner Alten- und Pflegeheimen durch mobile Teams geimpft. Auf Nachfrage, ob der Einsatz eines speziellen Impfmobils in München geplant sei, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsreferates (GSR) lediglich, dass Unterstützungsmöglichkeiten für eingeschränkte Personen derzeit auf ihre Umsetzbarkeit überprüft würden. Bislang wurden laut GSR 5900 Erst- und 1500 Zweitimpfungen durch mobile Impfteams in vollstationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Zusätzlich zum Impfzentrum in der Neuen Messe Riem gebe es derzeit "keine Planungen für weitere öffentlich zugängliche Impfzentren."

© SZ vom 23.01.2021
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