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Coronavirus:90 Menschen infizieren sich bei privaten Feiern

Die schlimmsten Hotspots in München sind nicht unbedingt öffentliche Plätze: Dutzende Menschen haben sich bei einer Hochzeit, einer Beerdigung und einer Geburtstagsfeier angesteckt

Private Treffen entwickeln sich auch in München zu den größten Corona-Infektionsherden. Seit Anfang September steckten sich bei einer Hochzeit, einer Beerdigung und einer Geburtstagsfeier etwa 90 Menschen mit dem Virus an. Alleine nach der Hochzeit in Unterföhring zählte das Gesundheitsreferat 52 Infizierte in der Stadt und vier im Landkreis München. Dabei handelte es sich um Gäste, aber auch Familienmitglieder, die in der Folge positiv getestet wurden. Der zweite große private Ansteckungsherd im September war eine Geburtstagsfeier. Das Gesundheitsreferat zählte in der Folge bisher 21 positiv getestete Personen in München und im Landkreis Starnberg. Ähnlich verhielt es sich nach einer Beerdigung in Essen. Nach und nach infizierten sich insgesamt 21 Besucher und Familienangehörige, die in München wohnen. In der Folge mussten auch zwei Kitas geschlossen werden. Anders als am Wochenende von der bayerischen Staatsregierung dargestellt, liefen diese Fälle aber nicht gesammelt an einem Tag als Ergebnis ein, erklärte das Gesundheitsreferat. Jeder positive Test werde sofort gemeldet, wenn er vorliege. Es könne mehrere Wochen dauern, bis sich alle Fälle eines solchen privaten Hotspots in den Statistiken niederschlügen. Im Gesundheitsamt verfolge man solche Cluster sehr genau. Die neue Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Virus, die stark auf private Feiern abzielt, sei ein Ergebnis dieser Erkenntnisse, heißt es aus dem Gesundheitsreferat. Bei privaten Feiern in München ist nur noch ein Viertel der im Freistaat erlaubten Gästeanzahl zugelassen, nämlich drinnen 25 und draußen 50 Personen.

© SZ vom 29.09.2020 / heff

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