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Circus Krone:Mozart, gesprungen

Februarpremiere des Circus Krone

Ein charmantes Beispiel für fernöstliche Artistik im Kollektiv: Die vier "Khadgaa Girls" direkt aus Ulan Bator in der Mongolei.

(Foto: Florian Peljak)

Circus Krone präsentiert seine zweite Winterpremiere

Mozart und Schleuderbrett - geht das zusammen? Nach der zweiten Winterpremiere im Circus Krone ist diese Frage eindeutig mit "Ja" zu beantworten. Wenn die 14 Akrobaten der russischen Truppe Sokolov zu Klängen von Wolfgang Amadeus Mozart die Manege betreten, ist das zunächst einmal rein optisch eine Augenweide: Gepuderte Perücken, taillierte Jacken, wippende Rockschöße und zierliche Menuettschritte. Noch ist man dabei, diesen Anblick für sich zu sortieren - Oper in der Manege? -, da startet die Formation auch schon mit ihren Schleuderbrett-Eskapaden. Sie springen auf die Wippschaukel, vollführen Salti und Pirouetten, zeigen den dreifachen Salto sogar auf Stelzen. Als sich im Schlussakkord ein Artist mit einem fulminanten Sprung in sieben, acht Meter Höhe katapultiert und auf einem Holzstuhl landet, der die Spitze einer Pyramide bildet, bei der der Untermann auf Stelzen auf einem Russischen Barren steht - da nimmt der Beifall des Publikums lange kein Ende. Es ist kein Wunder, dass die Darbietung den Goldenen Clown, den Oscar der Zirkuswelt, gewonnen hat.

Überhaupt vereint das aktuelle Programm gleich mehrere Gold-Preisträger, "was wieder einmal ein Beweis für das feine Gespür unserer Direktorin Frau Sembach ist", sagt Krone-Sprecherin Susanne Matzenau. Schließlich würden die Nummern zwei Jahre im Voraus gebucht. Wenn sich dann herausstellt, dass die Artisten zwischenzeitlich international wie etwa in Monte Carlo prämiert wurden, ist die Freude gleich doppelt so groß: "Wir können hochdekorierte Artisten präsentieren, zu für uns noch erschwinglichen Gagen, da ihr Vertrag noch zu einem früheren Zeitpunkt geschlossen wurde", sagt Matzenau.

Mit Gold dekoriert ist beispielsweise auch das russische Duo "Desire of Flight". An Bändern schwingen sich Valeri Sychev und Malvina Abakarova in die Luft, tragen sich gegenseitig auf Händen, Füßen, Knien und Schultern, mitunter kopfüber, Fuß in Ferse gehakt. Ein besonderer Vertrauensbeweis, den sich das Ehepaar da gegenseitig ausstellt - mit ungesicherten Haltetricks und Abfallern. Keine Überraschung mehr ist hingegen der englische Goldjunge und Star-Dompteur Martin Lacey jr. Aber umso schöner ist es, dass er zur Februarpremiere aus Barcelona zurückgekehrt und von nun an wieder Bestandteil des Programms ist. Seine 26 Löwen und Tiger zeigen in beliebter Manier Pyramide, Hochsitzer und Podestsprünge, üben sich in Scheinangriffen und kuscheln mit ihrem Vorführer.

© SZ vom 04.02.2016
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