Candelilla im Atomic Café "Wir wollen einmal so richtig auf Tournee zu gehen"

Lina: Ja, das hat auch wieder mit persönlichen Präferenzen zu tun. Mira textet lieber auf Deutsch, Rita und ich aber lieber auf Englisch. Ich mag den Klang der englischen Sprache, sie lässt sich gut singen.

Mira: Das merkt man derzeit in der Popmusik, dass Sprachgrenzen immer mehr verschwimmen. Die Sprache steht gar nicht mehr im Vordergrund. Englisch erscheint doch schon lang als Dialekt des Deutschen.

sueddeutsche.de: Und Euer Name Candelilla ist ein spanisches Wort..

Lina: Bei der Namensfindung vor zehn Jahren waren wir 14. Rita hatte damals einen Labello dabei...

Rita: ... den habe ich heute auch dabei...

Lina: ... und da ist einer der Inhaltsstoffe Candelilla. Candelilla ist eine Pflanze, aus der Wachs gewonnen wird. Früher dachte man übrigens auch, dass diese Pflanze ein Heilmittel gegen Syphilis sei.

sueddeutsche.de: Ist München eine gute Stadt zum Musikmachen?

Sandra: Wenn man einen Proberaum hat, dann ja. Es gibt aber viele Bands, die wieder aufhören, weil sie keinen haben. Oder sich keinen Raum leisten können.

Rita: Mir gefällt das uncoole Image der Stadt. Das gibt einem sehr viele Freiheiten.

Mira: Toll ist hier auch, dass die Musikstile sich immer mehr mischen. Electro- und HipHop-Gruppen machen etwas gemeinsam mit Rockbands. Wir werden zum Beispiel beim Album-Release- Konzert der Hip-Hopper Creme Fresh auftreten.

sueddeutsche.de: Gestern habt ihr in Ostfildern gespielt, heute in München. Was ist besser?

Rita: In München kennen dich die Zuschauer und deswegen vergleichen sie dich bei einem Auftritt eher mit früheren Konzerten. Da fühle ich mich dagegen freier.

Mira: Wenn man vor einem Publikum steht, das man nicht kennt, will man es auf seine Seite ziehen. Und darin sind wir, glaube ich, ganz gut.

sueddeutsche.de: Was wollt ihr noch erreichen mit Candelilla?

Rita: Wir wollen einmal so richtig auf Tournee zu gehen. Bislang spielen wir leider nur an Wochenenden außerhalb von München.

Lina: Wir sind da sehr realistisch, vielleicht auch pessimistisch. Deswegen studieren wir alle, da es heute kaum mehr möglich ist, von Musik zu leben. Aber im Hinterkopf haben wir immer: Vielleicht, irgendwann, könnte da richtig was gehen mit Candelilla.

Am Freitag, den 22. Januar spielen Candelilla mit der österreichischen Band Ja, Panik! Im Atomic Café, ab 21 Uhr.