Bebauungsplan für Paulaner-Gelände Hoch hinaus am Isarhochufer

Ab 2018 sollen 1500 Wohnungen auf dem heutigen Gelände der Paulaner-Brauerei in der Au entstehen, viel Grün soll bleiben. Manchem Anwohner ist der aktuelle Bebauungsplan dennoch ein Dorn im Auge: Schörghuber denkt über Bauten mit bis zu zehn Stockwerken nach.

Von Thomas Anlauf

Auf dem mehr als neun Hektar großen Gelände der Paulaner-Brauerei am Nockherberg sollen Wohnungen für 3000 Menschen entstehen. Die Bayerische Hausbau, die das Industriegelände nach dem Wegzug der Brauerei nach Langwied im Jahr 2018 bebauen wird, will auf nur 20 Prozent des frei werdenden Areals etwa 1500 Wohnungen bauen, außerdem Cafés, mehrere Einrichtungen für Kinder sowie "kleinteilige Gewerbeflächen" für den Einzelhandel, Ärzte und Dienstleister.

Auf dem Produktionsgelände von Paulaner sollen einmal 1500 neue Wohnungen entstehen.

(Foto: Catherina Hess)

Die Bayerische Hausbau, ein Unternehmen der Schörghuber-Gruppe, zu der auch Paulaner gehört, wird neben frei finanzierten Mietwohnungen und Eigentumswohnungen auch geförderte Wohnungen nach dem München Modell anbieten. Das Bauprojekt "Wohnen am Nockherberg" werde "kein Luxusquartier", heißt es bei der Bayerischen Hausbau.

Das Unternehmen betont zwar, "dass sich die Gebäude sowohl funktional als auch ästhetisch in das Bild des Stadtviertels eingliedern und gleichzeitig einen zeitgemäßen, aber dennoch unverwechselbaren Charakter erhalten", so Jürgen Büllesbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Hausbau.

Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass auf dem 51.300 Quadratmeter großen Gelände zwischen Hoch- und Regerstraße auch Gebäude mit bis zu zehn Stockwerken entstehen könnten. In der oberen und unteren Au sind fünf bis sechs Stockwerke üblich. Das Planungsreferat, das mit der Bayerischen Hausbau eine sogenannte Baumassenstudie erstellt hat, bestätigt die Pläne, betont aber, dass das nur ein "Testentwurf" sei: "Es wurde einfach geschaut, wie viel auf das Grundstück passt", so Referatssprecherin Katja Strohhäker. Man wolle eben keine "uniforme Bebauung, sondern Akzente setzen".

Allerdings werde es vor dem Eckdatenbeschluss, der vor den Sommerferien gefasst werden soll, noch eine Untersuchung geben, wie sich die hohen Gebäude ins Stadtbild einfügen würden. Auch die Bayerische Hausbau spricht von "beispielhaften Überlegungen". Die 1500 Wohnungen könnten auch "in anderer Form auf dem Areal untergebracht werden", so Sprecherin Sabine Hagn.

Erst mit dem Eckdatenbeschluss, der die Grundlage für einen städtebaulichen Wettbewerb darstellt, sind Baudichte und maximale Gebäudehöhe weitgehend festgelegt. Ob es bis dahin zu einer grundlegenden Bürgerbeteiligung kommt, wie es in der Bürgerversammlung der Au am Donnerstagabend beantragt wurde, ist noch völlig offen. "Das gab es bislang noch nie", so Strohhäker. Man müsse darüber mit dem Eigentümer sprechen.

Und die Zeit drängt: Der städtebauliche Wettbewerb soll noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden. Nach der Entscheidung der Jury muss die Bayerische Hausbau einen der ersten drei Wettbewerbssieger für die Entwicklung des Bebauungsplans beauftragen. Im Jahr 2017 soll, wenn die Brauerei an ihrem neuen Standort in Langwied im Münchner Westen fertiggestellt ist, mit den Abbrucharbeiten auf den drei Paulaner-Grundstücken in der Au begonnen werden.

Baubeginn für das Quartier "Wohnen am Nockherberg" ist laut Bayerischer Hausbau im Jahr 2018. Dann entsteht neben den 1500 Wohnungen ein Gebiet mit kleinteiligem Gewerbe an der Welfenstraße. Zwischen Ohlmüller- und Falkenstraße, wo derzeit gebraut wird, soll der neue Verwaltungssitz von Paulaner liegen. Dort werden künftig 250 Mitarbeiter beschäftigt.