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Band der Woche:Pine Tree Garden

Melancholische Melodien, getragen von einem positiven Gefühl

Von Marietta Jestl

Schon mal überlegt, woher Münchner Bands ihren Bandnamen haben? Es lohnt ein Blick auf die U-Bahn-Stationen, begonnen bei der Band Münchner Freiheit. Die Stoner-Rock-Band Swan Valley Heights übersetzte kurzerhand die Schwanthalerhöhe auf Englisch. Diese Idee hatte auch die Band Pine Tree Garden , die sich in einem Studentenwohnheim am Kieferngarten kennenlernte . Das Wohnheim war nicht nur Ort der Gründung, sondern auch Ursprung der Kreativität. Im winzigen Bandraum des Wohnheims schrieben Michi Geitner und Hatti Seidl schon 2014 erste Songs. Bald kam Philipp Habisch und Felix Pieringer hinzu.

Alle Mitglieder der Band zeichnet eine intensive musische Bildung aus. Der Sänger Michi besuchte das Gymnasium der Regensburger Domspatzen und war seine gesamte Schulzeit über Teil des Chors. "Man bekommt dort eine so umfassende musikalische Ausbildung, dass man sich theoretisch jedes Instrument selbst beibringen kann", sagt Michi. Seine knabenchorgeschulte Stimme gibt den Songs von Pine Tree Garden ihren Charakter. Seine Einflüsse sind zahlreich. Die Mighty Oaks inspirierten ihn zu mehrstimmigem Gesang, Ed Sheeran oder James Bay sind Songwriter-Vorbilder.

Auch Hatti ist ein musikalisches Multitalent: Er spielt Klavier, Gitarre und Bass und komponiert ebenfalls Songs für die Band. Eine große Inspiration für ihn sind die Beatles, textlich vor allem Bob Dylan. Aber auch der Indie-Rock der 2000er wie The Strokes oder The Kooks beeinflussen ihn. Über diese beiden Kreativköpfe fließen also die unterschiedlichsten Einflüsse ineinander und lassen die Musik von Pine Tree Garden entsprechend zeitlos wirken. Eine Harmonika verleiht hin und wieder einen Folk-Touch, dezentes Gitarren-Picking gibt einen verspielten Einklang, das Klavier die notwendige Ernsthaftigkeit. Die Melodien sind melancholisch aber stets getragen von einem vertrauten, positiven Gefühl. Sie erzählen ganz leichtfertig Geschichten, die schon tausendmal erzählt wurden und dennoch niemals müde machen. Denn sie sind ehrlich und emotional. "Jeder schreibt seine Songs für sich und die anderen üben ihre Parts dann ein. Geschmacklich kommen wir aber tatsächlich immer zusammen", sagt Hatti.

Zwischen Küche und Schlafzimmer nahmen sie nun fünf Songs für eine EP auf. Da Hatti und Michi sie zu zweit eingespielt haben, ist die EP akustisch gehalten, Felix und Philipp werden auf zukünftigen Songs mehr zu hören sein. Ein neuer Song folgte vergangenen Freitag. "Wir haben eigentlich noch an die 20 Songs in petto", sagt Michi. Am Samstag, 26. September, spielen sie zu zweit ein erstes akustisches Konzert im Café Lozzi.

© SZ vom 21.09.2020

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