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Auszeichnung:Stadt vergibt Literaturpreis

Christine Wunnicke wird für ihr Gesamtwerk geehrt

Sie sei gerne der ewige Geheimtipp, sagte Christine Wunnicke vor drei Jahren in einem Gespräch mit der SZ. Ihre Bücher seien "echt scheiß-schwer zu verkaufen". Trotzdem wurde die Schriftstellerin wiederholt ausgezeichnet, erhielt unter anderem den Bayerischen Staatsförderpreis und den Münchner Tukan-Preis. Für den 2016 erschienenen Roman "Der Fuchs und Dr. Shimamura" bekam sie nicht nur den deutsch-französischen Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur, sondern der Titel stand auch auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Nun kommt eine weitere Auszeichnung hinzu: Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, erhält Wunnicke für ihr "herausragendes literarisches Gesamtwerk" den mit 10 000 Euro dotierten Literaturpreis der Stadt München. "Glücklich schätzen dürfen sich alle, auf die der Blick dieser Erzählerin fällt. Denn wie viele Merkwürdigkeiten, Kuriositäten und bislang oft unsichtbare Wesenszüge hat Christine Wunnicke den Figuren in ihren wunderbar bündigen Romanen, ihren Hörspielen und Radiofeatures zugeschrieben, obwohl deren meist historisch verbürgte Biografien ohnehin schon manch Erstaunliches zu bieten haben", heißt es in der Jurybegründung. Die 1966 in München geborene Wunnicke veröffentlichte 1999 ihren Debütroman "Fortescues Fabric", acht weitere Romane kamen bislang hinzu sowie eine Biografie über den Sänger und Kastraten Filippo Balatri. Der Literaturpreis wird alle drei Jahre vergeben, geehrt wurden etwa Miriam Pressler, Tilman Spengler, Herbert Rosendorfer, Uwe Timm und Carl Amery.

© SZ vom 06.08.2020 / pop

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