Auszeichnung:Preisgekrönte Schwabbelwesen

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Auszeichnung: Kahle Bürotische, weiße Wände und zehn Rechner: Hier arbeiten die Entwickler von "Shift Happens".

Kahle Bürotische, weiße Wände und zehn Rechner: Hier arbeiten die Entwickler von "Shift Happens".

(Foto: Stephan Rumpf)

Das Kinder-Computerspiel des Jahres kommt aus München: "Shift Happens". Ein Besuch bei den Entwicklern von Klonk Games.

Von Caspar von Au

Bismo ist rot, Plom ist blau. Die kleinen Kerle rennen durch eine virtuelle Laborwelt. Sie können ihre Gestalt verändern. Wenn der eine klein ist, ist der andere groß und umgekehrt. Bismo und Plom sind die Hauptfiguren in dem Computerspiel "Shift Happens". Das Jump-and-Run-Game ist als bestes Kinderspiel mit dem Deutschen Computerspielpreis 2016 ausgezeichnet worden.

Bismo und Plom entstammen der Fantasie von zehn Münchner Computerspielentwicklern. "Klonk Games" haben ihr Studio gut versteckt im "Werk 1" am Ostbahnhof, wo sich zahlreiche Start-ups aus der Digitalbranche eingemietet haben. Kahle Bürotische, weiße Wände und zehn Rechner: Nur das Schild an der Tür verrät, dass hier bunte Computerspiele voller Fantasiewesen entwickelt werden. Und natürlich die Game Controller mit farbigen Knöpfen, die vor jedem Computer liegen - die Entwickler testen ihr Spiel am liebsten selbst.

Anscheinend ein gutes Erfolgsrezept. "Shift Happens", das erste Spiel der Münchner Firma, hat beim Deutschen Computerspielpreis auch in der Kategorie "bestes Gamedesign" gewonnen. Der Computerspielpreis wird unter anderem vom Bundesverkehrsministerium ausgelobt und gilt als die wichtigste Auszeichnung in der Branche.

Nur in der Königskategorie "bestes Spiel" musste sich "Shift Happens" dem Strategiespiel "Anno 2205" geschlagen geben. Das gehe schon in Ordnung, findet Klonks Geschäftsführer Oliver Machek, 37: "Jetzt enttäuscht zu sein, wäre bescheuert." Anno 2205 sei ein international erfolgreicher Titel. So weit ist "Shift Happens" eben noch nicht.

Das Spiel muss erst noch fertig werden. Ende Juni soll es auf den Markt kommen. Fünf Tage nach der Preisverleihung sitzen die Entwickler von "Klonk Games" - drei Frauen und sieben Männer - deshalb schon wieder an ihren Rechnern. So richtig glauben können sie es noch nicht, was da am vergangenen Donnerstag passiert ist, auch wenn sie mit einem Preis gerechnet haben, wie Robin Kocaurek, 26, zugibt. Er kümmert sich bei "Klonk Games" um den Kontakt zur Außenwelt. Als Oliver Machek die beiden übergroßen Schecks mit dem Preisgeld von insgesamt 65 000 Euro zur Bank in Fürstenfeldbruck gebracht hat, mussten die Angestellten lachen, erzählt Oliver. Eingelöst haben die Bankangestellten die Schecks natürlich trotzdem.

Zwei Spieler steuern Plom und Bismo im Jump-and-Run-Spiel "Shift Happens". Die beiden Schwabbelwesen - einer gutmütig und einer frech - bewegen sich in 42 Levels durch Hindernisparcours, die sie nur gemeinsam bewältigen können. Dazu müssen die Spieler Rätsel knacken. Nur wenn beide Spieler miteinander kooperieren, kommen sie ans Ziel. Damit der Spaß trotzdem nicht verloren geht, können sie sich auf dem Weg gegenseitig piesacken. Zum Beispiel, indem sie sich die auf dem Weg gesammelten Münzen gegenseitig wegnehmen. Wer keinen zweiten Mitspieler hat, kann auch alleine spielen, muss Bismo und Plom dann aber gleichzeitig steuern.

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