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Ausbau der Allianz Arena:Unverantwortliches Sicherheitsrisiko

Umbauzeit in der Allianz Arena.

Sommerpause gleich Umbauzeit: In der Allianz Arena wird gerade gearbeitet.

(Foto: Robert Haas)

Die Fahrt zur Münchner Fußball-Arena mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist schon heute ein Sicherheitsrisiko für Eltern mit Kindern. Ein Ausbau des Stadions wäre unverantwortlich - für Fans wie für Anwohner.

Man muss nicht unbedingt ein Verkehrsexperte oder sonstiger Fachmann sein, um die Erschließung der Arena in Fröttmaning für missglückt zu halten. Weil das Stadion weit außerhalb am Stadtrand liegt, ist es für Radfahrer und Fußgänger nur schwer oder überhaupt nicht zu erreichen. Der Großteil der Zuschauer kommt deshalb mit dem Auto oder der U-Bahnlinie U6, die schon jetzt völlig überlastet ist.

Gerade für Eltern mit kleinen Kindern ist die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein Sicherheitsrisiko. Bei ausverkauften Spielen - und die Partien des FC Bayern sind immer ausverkauft - herrscht schon in den Waggons ein unfassbares Gedränge. Auf dem Rückweg stauen sich jedes Mal Tausende Menschen an den Sperren vor der schmalen Brücke über die U-Bahn.

Man kann sich ausmalen, was bei einer Massenpanik an diesem Trichter passieren würde. Wer deshalb lieber aufs Auto ausweicht, der muss vor den wenigen Ausfahrten der Parkhäuser ebenso lang warten wie zuvor das Fußballspiel gedauert hat: eineinhalb Stunden, Verlängerung nicht ausgeschlossen. An den Zuständen lässt sich schon deshalb nur schwer etwas ändern, weil die Arena einzig entlang einer Nord-Süd-Achse erschlossen wird. Im Gegensatz dazu verteilten sich die Menschenmassen vor dem Olympiastadion in alle Himmelsrichtungen.

Die Arena ist freilich ein moderner Kessel, in dem der FC Bayern möglichst viel Geld verdienen will. Das kann man für legitim halten, weil Profisport ein Geschäft ist. Auch deshalb wurde die Kapazität der Arena in Fröttmaning bereits von 66 000 auf 71 000 Zuschauer erhöht. Ein weiterer Ausbau auf 75 000 Zuschauer wäre aber unverantwortlich - sowohl gegenüber den Anwohnern und den Fans als auch gegenüber denjenigen, die am Samstag nur zum Einkaufen nach München wollen. Die Stadt sollte die Sicherheitsbedenken ernst nehmen und den Antrag der Stadion-Gesellschaft ablehnen.

© SZ vom 31.05.2014/tba

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