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Anna Netrebko: Konzert am Königsplatz:Musik im Dunkeln

Umjubelte Rückkehr auf den Münchner Königsplatz: Sopranistin Anna Netrebko gibt ein Open-Air-Konzert unter düsterem Himmel.

Die Wolken, die sich am Freitagabend über München türmten, waren so dunkel wie Verdis Ouvertüre zur "Macht des Schicksals" - aber dann blieb der Regen dennoch aus. Stattdessen gab der Himmel eine rot untergehende Abendsonne frei, als Anna Netrebko und Dmitri Hvorostovsky auf dem Königsplatz zum Klassik-Open-Air vor ihr Publikum traten - und es mit russischer, italienischer und deutscher Musik begeisterten.

Anna Netrebko: Konzert am Königsplatz: Musik im Dunkeln, ddp

Sopranistin Anna Netrebko und Bariton Dmitri Hvorostovsky auf dem Münchner Königsplatz.

(Foto: Foto: ddp)

Die Sopranistin und ihr Bariton sind von etwa 14.500 Menschen bejubelt worden. Ausverkauft war das Konzert nicht, so dass auch Anna Netrebkos Ehemann, der Sänger Erwin Schrott, noch vor Beginn ihrer ersten Arie problemlos seinen Platz in der ersten Reihe fand.

In der ersten Hälfte des Konzertabends gab es ausschließlich Werke russischer Komponisten zu hören: Ausschnitte aus Michail Glinkas "Ruslan und Ludmilla" und Pjotr Tschaikowskys Opern "Pique Dame", "Jolanthe" und "Eugen Onegin'". Dabei gesellte sich für ein Duett der Tenor Sergej Skorokhodov zu Netrebko auf die Bühne.

Nach der Pause präsentierten die russischen Künstler Werke deutscher und italienischer Komponisten. Auf Richard Wagner folgte Richard Strauss und danach Ausschnitte aus Opern von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Pietro Mascagni und Ruggiero Leoncavallo.

Bei den Zugaben überraschte Netrebko bei der Arie "Meine Lippen, die küssen so heiß" aus Franz Lehárs Operette "Giuditta" das Publikum durch eine temperamentvolle Tanzeinlage. Jubel gab es auch für Hvorostovsky, der neben seiner Arbeit auf der Opernbühne auch ein gefragter Liedsänger ist, für seine Interpretation des russischen Volkslieds "Ochi chornyje".

Doch die Stimmung blieb, schon allein des sibirisch anmutenden Wetters wegen, etwas unterkühlt. Selbst die beste Musik kann halt einen echten Sommer nicht ersetzen.