Altschwabing Spaenle schaltet sich ein

Kultusminister will bei Erhalt von Schwabinger Wohnhaus helfen

Der Minister stößt meist etwas später zur Runde der Stadtviertelvertreter in Schwabing-Freimann. Ludwig Spaenle ist nicht nur Kultur-Ressortchef der Staatsregierung, er ist auch Mitglied der CSU-Fraktion im Bezirksausschuss. Manchmal kommt es vor, dass er sein Stadtviertel-Mandat mit dem Regierungsamt verknüpft. Das geht bei ihm dann kurz und knapp, mitunter mit nur einem Satz, wie bei der jüngsten Gremiumssitzung. "Ich werde veranlassen, dass das Landesamt die Denkmaleigenschaft erneut prüft", kündigte Spaenle an. Der Minister grinst breit, die Stadtviertelpolitiker auch.

Der Bezirksausschuss beschäftigt sich an diesem Abend in der Erlöserkirche zum wiederholten Mal mit dem Haus an der Wagnerstraße 1. Das 1895 erbaute Mietshaus hat der Finanzvorstand von BMW, Friedrich Eichiner gekauft; er will es abreißen und durch einen Neubau ersetzen lassen. Verschwinden würde damit auch die Musikkneipe "Schwabinger Podium". Die gibt es seit 1972. Die Hausgemeinschaft hat bereits 1600 Unterschriften für den Erhalt des Hauses gesammelt; demnächst soll eine Online-Petition starten. Die Stadtviertelpolitik fordert, das Haus unter Denkmalschutz zu stellen - bisher vergeblich. Für das Landesamt für Denkmalpflege erfüllt das Haus nicht die Voraussetzung des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes. Nach dem Willen des Ministers soll die Behörde nun ihr Verdikt noch einmal prüfen. Unterdessen hat Eichiner bei der Lokalbaukommission bereits einen Antrag auf Vorbescheid für seine Abrisspläne eingereicht. Diesen hat der Bezirksausschuss im Rahmen der Anhörung abgelehnt.