Alternative Antriebe:Diese Busse waren in München schon unterwegs

Brennstoffzelle oder Batterie? Vielerorts wird derzeit erprobt, welche Antriebsform für Busse Zukunft hat. Weil das noch völlig unklar ist, warten die Münchner Verkehrsgesellschaft erst einmal ab.

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Rein elektrisch:Lauter Chinese

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Quelle: SZ

Seit 2008 testet die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) Hybrid- und Elektrobusse verschiedener Hersteller. Als einen der ersten Busse mit reinem Elektroantrieb hatte die chinesische Firma BYD ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt; die MVG ließ den Zweiachser auf der Linie 153 pendeln. Fahrgästen fiel dabei auf, dass der Bus - obwohl vollelektrisch angetrieben - relativ laut war. Fachleute sagen, dies sei bei E-Bussen öfter der Fall, weil eben kein Diesel mehr im Fahrzeug bollert und man deshalb andere Geräusche, etwa die der Lüftung oder der Elektrik, als verhältnismäßig störend wahrnimmt. Die von BYD versprochene Reichweite von 250 Kilometer erreichte der Bus laut MVG nicht.

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Wenig Reichweite:Kürzer als andere

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Im Februar 2014 schickte die MVG einen E-Bus des polnischen Herstellers Solaris ebenfalls auf die Linie 153. Bei dem Fahrzeug handelte es sich um einen sogenannten Midi-Bus - das ist eine Gattung, die etwas kürzer ist als der in München sonst eingesetzte, zweiachsige Solobus. Als Speichermedium dient eine Lithium-Ionen-Batterie; die Reichweite soll laut Hersteller bis zu 100 Kilometer betragen. Dann muss das Fahrzeug für etwa sechs Stunden wieder an die Steckdose. Sämtliche Testbusse hatte die MVG als zusätzlichen Wagen auf den jeweiligen Linien fahren lassen. Das Risiko, dass ein Stromer liegen bleibt und damit eine Lücke im Fahrplan entsteht, wollte der Verkehrsbetrieb nicht eingehen.

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Unbekannter Hersteller:Test aus Memmingen

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Bemerkenswert ist, dass bislang vor allem kleine und eher unbekannte Hersteller mit E-Bussen auf den Markt drängen - große deutsche Hersteller wie MAN und Evobus (Mercedes-Benz) halten sich eher zurück. So überließ das Unternehmen eBus-Europa aus Memmingen Mitte Juni der MVG einen Elektrobus mit Mangan-Cobalt-Akkumulatoren zu Testzwecken. Laut den Allgäuern schafft der Stromer eine Reichweite von mehr als 200 Kilometer, bevor er an die Steckdose muss. Beim Bremsen fungiert, wie bei nahezu allen Elektro- und Hybridbussen, der Elektromotor als Generator: Er erzeugt Energie, die in den Akkumulatoren zwischengespeichert und später zum Betrieb des Fahrzeugs genutzt wird.

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Spezieller Antrieb:Mit Radnabenmotor

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Die Firmen experimentieren nicht nur mit verschiedenen Speichermedien und Ladetechniken - auch bei den Antrieben gibt es unterschiedliche Ansätze. Der Bus des niederländischen Herstellers VDL, der im Juli auf der Linie 100 erprobt wurde, wird nicht von einem zentral verbauten E-Motor bewegt, sondern durch zwei Radnabenmotoren. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch die Firma eBus-Europa bei ihrem Bus. Der Vorteil: Die speziellen Motoren treiben die Räder direkt an der Nabe an. Ein schweres Getriebe, Differenziale an den Achsen sowie einen sperrigen Antriebsstrang - all das kann man sich sparen. Das macht den Bus leichter; man kann mehr Akkus reinpacken, um die Reichweite zu erhöhen.

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Wintertauglich:Heizen mit Diesel

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Bei fast allen Elektrobussen hatten die Tester der MVG rasch eine Haupterkenntnis gewonnen: Gerade in der kalten Jahreszeit entzieht die Heizung zum Wärmen des Innenraums der Batterie sehr viel Energie, was wiederum die Reichweite des Fahrzeugs drückt. Bei einem Dieselbus dagegen stellt sich das Problem nicht: Dort wird die Abwärme des Motors zum Heizen genutzt. Um das zu lösen, hat der niederländische Hersteller Ebusco in sein Testfahrzeug, das im Februar 2015 auf der Linie 100 (Hauptbahnhof-Ostbahnhof) im Einsatz war, eine Diesel-Zusatzheizung eingebaut. Das Fahrzeug kommt so nach Angaben von Ebusco auf eine Reichweite von etwa 300 Kilometer.

© SZ vom 31.08.2015/vewo
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