Die Stimmung war angespannt, nachdem ein junger polnischer Jude am Morgen des 7. November 1938 in Paris fünf Schüsse auf den Legationsrat Ernst vom Rath abgefeuert hatte. Zwei Tage später gab Propagandaminister Joseph Goebbels in seiner Münchner Hetzrede dem gesamten Judentum die Schuld an der Tat. Um 23:59 Uhr ging in der Münchner Branddirektion die Meldung ein, im Schaufenster des jüdischen Textilwarengeschäfts Hans Weber in der Augustenstraße 113 habe es ein Kleinfeuer gegeben - der Auftakt einer Serie von mutwilligen Zerstörungen und Plünderungen, die bis in die frühen Morgenstunden dauern sollten. Auch bei Heinrich Rothschild in der Sendlinger Straße wurden die Scheiben eingeschlagen, der Eigentümer wurde abgeführt. Das Foto zeigt das Hut- und Putzmodengeschäft am Tag nach der Reichspogromnacht mit Bretterverschlägen.

Fotos: Stadtarchiv Text: Anna Fischhaber Quelle: Andreas Heusler, Tobias Weger: "Kristallnacht". Gewalt gegen die Münchner Juden im November 1938. Buchendorfer Verlag, Stadtarchiv München.

30. Oktober 2008, 11:262008-10-30 11:26:00 © sueddeutsche.de