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Verhandlungen mit "Spiegel":Huffington Post sucht deutschen Partner

Ariana Huffington setzt auf weltweite Expansion: Einem Medienbericht zufolge verhandelt sie mit dem Spiegel-Verlag über eine deutschsprachige Ausgabe ihrer Online-Zeitung.

Die Huffington Post sucht ihren deutschen Partner möglicherweise in Hamburg. Nach Informationen des Branchenmagazins Werben & Verkaufen verhandelt das amerikanische Mutterunternehmen AOL mit dem Spiegel-Verlag, um gemeinsam eine deutsche Ausgabe des Online-Mediums an den Start zu bringen. Spiegel-Verlagssprecherin Anja zum Hingst wollte sich auf Nachfrage zu dem Bericht nicht äußern. Auch von der Huffington Post in New York war am Dienstag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

HuffPost Sanity Bus To The 'Rally To Restore Sanity'

Ariana Huffington will in Deutschland Fuß fassen - nach Informationen des Branchenblatts Werben & Verkaufen über eine Kooperation mit dem Spiegel-Verlag.

(Foto: Getty Images)

In einem Interview mit dem Handelsblatt hatte Arianna Huffington in der vergangenen Woche davon gesprochen, dass sie derzeit nur noch mit zwei deutschen Medienhäusern verhandele. Seitdem die von ihr gegründeten Nachrichten- und Blog-Seite Anfang des Jahres durch AOL übernommen wurde, ist Huffington dort für das Mediengeschäft zuständig. Die gebürtige Griechin fährt seit Monaten einen scharfen internationalen Expansionskurs.

In den nicht englischsprachigen Ländern Europas setzt sie dabei auf Joint Ventures mit der örtlichen Publizistik, bislang erkennbar mit Titeln aus dem linksliberalen Lager. Derzeit für Anfang des Jahres 2012 angekündigt ist der Start der französischen Ausgabe, die AOL mit der Tageszeitung Le Monde und dem Verlag Les Nouvelles Editions Indépendantes (der das Kulturmagazin Les Inrockuptibles herausgibt und dem Monde-Miteigentümer Matthieu Pigasse gehört) betreiben will.

In Spanien steht als Partner bereits die Zeitung El País fest, während für die geplante italienische Ausgabe noch kein kooperierender Verlag öffentlich bekannt ist.

Neben den bestehenden nationalen Ausgaben für Kanada und Großbritannien hat Huffington auch den Gang nach Brasilien, Japan und in die Türkei angekündigt. Zum Hindernis könnte ihr allerdings die wirtschaftliche Entwicklung bei AOL werden. Allein der Lokalnachrichtenservice Patch soll 2011 enorme Summen vernichtet haben, AOL dementierte Medienberichte, in denen von mehr als 100 Millionen Dollar Verlust die Rede war.