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TV-Serie "24" auf ProSieben Maxx:Comeback als Outlaw

24

Jack Bauer und Ex-Kollegin Chloe O'Brian müssen in der neuen Staffel von 24 das Leben des US-Präsidenten retten.

(Foto: FOX)

Im vergangenen Jahr kehrte der frühere CIA-Agent Jack Bauer in der Serie "24" zurück in den Kampf gegen den Terror - zunächst nur auf Sky. Nun taucht er auch im deutschen Free TV auf. Er und auch die Serie selbst haben offenbar die Seiten gewechselt.

Dieser Text wurde bereits im Mai 2014 veröffentlicht. Zur Free-TV-Premiere der neuen Serienstaffel präsentieren wir ihn erneut.

Als Joel Surnow und Robert Cochran im März 2001 mit ihrer Idee für die Fernsehserie 24 bei amerikanischen Sendern hausieren gingen, durfte man sie getrost für paranoid halten. Ein katastrophaler Terroranschlag ist geplant, so der Umriss des Plots, und Jack Bauer und seine Mitkämpfer von der Antiterror-Einheit CTU haben nur 24 Stunden Zeit, ihn abzuwenden. Jede der 24 Folgen sollte eine dieser Stunden in Echtzeit zeigen: Das "Zeitbomben-Szenario" nannte man dieses unwiderstehliche Thrillerschema: Der Anschlag lässt sich verhindern, wenn er vor der Ausführung aufgeklärt wird.

Doch als die Serie im November 2001 auf Fox anlief, hatte die Idee alles Übergeschnappte verloren. Wer zwei Monate zuvor im Fernsehen gesehen hatte, wie die Türme des World Trade Center einstürzten, wer in diesen zwei Monaten dem patriotisch-paranoiden Trommelfeuer der amerikanischen Medien ausgesetzt war, dem erschien 24 nur wie eine packender erzählte Variante der Wirklichkeit.

Acht Staffeln lang mühten sich die Macher, um beim Wettrüsten mit realen oder vermeintlich realen Terroristen die Nase vorn zu behalten: Oft war man sich nicht mehr sicher: War es das Heimatschutzministerium, das vor dieser oder jener dirty bomb gewarnt hatte, vor Nervengas und tödlichem Pulver, oder handelte es sich wieder nur um eine Idee der 24-Autoren?

Rätselhafte Rückkehr

Der große Unterschied zwischen Realität und Fiktion lag darin, dass Bauer die Terroristen zum Ende jeder Staffel zuverlässig ausschaltete, während Amerika sich im Sumpf seines "Kriegs gegen den Terror" heillos festgefahren hatte. Das war wohl auch der simple Grund dafür, dass 2010, nach acht Staffeln, Schluss war.

Umso rätselhafter ist es, dass 24 nun, fünf Jahre später, zurück ist, mit einem Großteil der alten Besetzung, wenn auch nur auf 50-Prozent-Basis. Was mag also hinter diesem etwas kleinlaut Live Another Day betitelten Comeback stehen außer der Enttäuschung der Macher über den gescheiterten 24-Film.

Die ersten zwei Folgen erlauben zumindest eine Hypothese. Wieder einmal schwebt der US-Präsident (William Devane), der gerade zu politischen Verhandlungen in London eingetroffen ist, in Gefahr. Doch beunruhigender als die Attentatspläne, von denen die CIA Wind bekommen hat, erscheinen vorerst dessen mentale Ausfälle. Keine raffinierte Biowaffe steckt dahinter, sondern ganz ziviler Alzheimer.