bedeckt München
vgwortpixel

Serie: Wozu noch Journalismus? (15):Selbstbeauftragte Publizisten

Soziale Medien können und müssen eine Ergänzung und Bereicherung für den Journalismus sein - aber kein Ersatz.

Wozu noch Journalismus? Die Ethik der Medienmacher ist in Gefahr: Journalisten werden zu Handlangern der Politiker, bloggen im Netz und werden durch Laien ersetzt. Wie ist der Journalismus zu retten - und wieso sollten wir das überhaupt tun? In dieser Serie - herausgegeben von Stephan Weichert und Leif Kramp - setzen sich angesehene Publizisten auf sueddeutsche.de mit dieser Frage auseinander.

Fotos: dpa, AP, Grafik: sueddeutsche.de

Die Medienindustrie hat ein dramatisches Problem - Sascha Lobo.

(Foto: Fotos: dpa, AP, Grafik: sueddeutsche.de)

Wenn man Menschen auf der Straße, die wirken, als könnten sie eine Frage in ganzen Sätzen beantworten, fragt, was für sie Journalismus bedeutet, hört man nach einem irritierten Blick auffallend oft das Wort "Wahrheit". Unabhängig von anekdotischen und wissenschaftlichen Definitionen - diejenigen, für die Journalismus überhaupt betrieben wird, sehen im professionellen Journalismus eine Instanz der Wahrheit.

Das kann man gerade angesichts der Fehler, der Propaganda, der oft wirtschaftlich bedingten Nachlässigkeiten bei der gewerblichen Produktion von Nachrichten durchaus für problematisch halten. Man kann sich aber weder als einzelner Journalist noch als Medienunternehmen von der daraus resultierenden Verantwortung lossprechen. Medien produzieren das, was Menschen als Realität empfinden und sind damit essentiell für die Gesellschaft.

Das alles sind keine Neuigkeiten, neu ist aber das Internet und sein Einfluss auf die journalistischen Strukturen, die Realität herstellen. Dieser Einfluss lässt sich grob in zwei Bereiche gliedern: die inhaltliche Wirkung auf journalistische Arbeitsprozesse und die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die dahinterliegenden Infrastrukturen, in der Regel Unternehmen.

Die unternehmerischen Veränderungen sind enorm. Auch als großer Fan des Internets muss man anerkennen, dass die Medienindustrie als Basis für professionellen Journalismus ein dramatisches Problem hat. Die über viele Jahre hochprofitablen Strukturen brechen weg. Das liegt nicht nur am Niedergang des bedruckten Papiers als Medium, sondern auch an der Verschiebung der Werbeausgaben.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wo unternehmerische Chancen liegen.