Rückkehr des TV-Detektivs Matula 32 Jahre lang hölzerne Lässigkeit

Matula also. Josef Matula. Privatdetektiv aus Frankfurt am Main. Früherer Polizist. Einzelkämpfer. Großstadt-Cowboy. 1981 trat er zum ersten Mal ins Leben der TV-Krimi-Liebhaber, als die Serie Ein Fall für Zwei begann. Ausschweifende künstlerische Analysen muss man bei dieser Figur nicht anstellen. Wie Derrick oder Der Alte gehörte Ein Fall für Zwei von Anfang an ins Genre des Freitagskrimis, das wohl auch deshalb so erfolgreich ist, weil das ZDF dabei keinen übertriebenen Tiefgang inszenierte. Die Filme sind eine Stunde lang und die Geschichten überschaubar.

Schluss mit Matula

"Jetzt ist erstmal Pause": Mehr als 30 Jahre lang gab Claus Theo Gärtner in "Ein Fall für zwei" den Josef Matula. Nun verlässt der Schauspieler die ZDF-Krimiserie aus privaten Gründen. mehr ...

Matula gehörte zu einem Aufgebot, das niemanden verstören sollte. Trotzdem: Ein kleiner Bruch mit den Krimi-Konventionen des ZDF war seine Ankunft damals schon. Das Gespann Rechtsanwalt/Privatdetektiv löste die Fälle, nicht wie sonst ein Polizisten-Team, und auf der Jagd nach der Gerechtigkeit für die Mandanten, war Matula agiler und weniger gesetzestreu als etwa der sonore Kommissar Derrick. Jedenfalls funktionierte die Serie 300 Folgen und 32 Jahre lang.

Die Anwälte wechselten, auf Dieter Renz, gespielt von Günter Strack, folgten Rainer Franck (Rainer Hunold), Johannes Voss (Mathias Herrmann), und Markus Lessing (Paul Frielinghaus). Matula blieb und wurde mit seiner hölzernen Lässigkeit zu einer Konstante der Fernsehlandschaft - bis Gärtner 2013 sagte, er wolle auch mal was anderes sein als Matula. Mittlerweile gibt es einen neuen Fall für Zwei mit neuer Besetzung. Und jetzt kommt eben auch Matula wieder.

James Bond, Rocky Balboa, Matula

Die Dreharbeiten laufen unter dem Arbeitstitel Matula noch bis 22. März. Es wird ein "Special", wie der ZDF-Redakteur Matthias Pfeifer sagt, beziehungsweise "ein Spin-off des alten Fall für Zwei", wie dessen Kollegin Grünewald-Kalkofen ausführt: 90 Minuten, einmalig. Der Sendetermin steht noch nicht fest, aber klar ist, dass es in der Geschichte des Drehbuchautors Ben Braeunlich nicht nur um ein Verbrechen geht, sondern auch um die Auflehnung eines Seniors gegen das Abstellgleis.

Endlich Respekt für Rocky

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Tatsächlich ist das Thema Altern eine Chance, um Stammfiguren des Unterhaltungsbetriebs noch mal neu zu entdecken. Daniel Craigs James Bond musste sich schon für Fitnesseinbußen rechtfertigen. Sylvester Stallone wurde zuletzt für den Oscar nominiert als Darsteller des ergrauten Rocky Balboa in Creed. Und der neue Matula muss auch nicht mehr zeitlos sein. Er ist alt, abgebrannt, mit Wohnmobil und Hund unterwegs. Trotzdem nimmt er einen Auftrag an - und ist der Aufgabe laut ZDF-Vorbericht natürlich auch gewachsen.

"Das ist ein so gutes Drehbuch. Da habe ich gesagt, das mache ich", sagt Claus Theo Gärtner. Er war auf Reisen nach dem Fall-für-Zwei-Abschied, hat in Basel Theater gespielt, und jetzt habe er "viel Spaß" beim Fernsehen. "Dass es wieder Matula geworden ist - okay." Es wird nicht ganz klar, ob er sein ZDF-Comeback nicht auch ganz gerne in einer anderen Rolle gegeben hätte. Andererseits kann Claus Theo Gärtner das gute Gefühl haben, gebraucht zu werden vom deutschen Fernsehen. Denn den Matula kann nur er spielen, niemand sonst.

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