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Neues Radio DAB+:Voller Klang, nie mehr Rauschen

Knnnnarz, grssssch, plötzlich Stille - das soll nun Vergangenheit sein. In großen Ballungsräumen Deutschlands startet DAB+, eine neue Version des digitalen Radios. Rauschfrei in die Zukunft: Was das für die Hörer heißt, was aus dem klassischen Radio wird.

Seit dieser Woche hat Deutschland ein neues Radiosystem: DAB+. Zunächst wird es in Ballungsräumen ausgestrahlt - ein neuer Schritt in der Welt des Digitalrundfunks. Aber was bedeutet die Einführung für die Hörer, was bringt die Technik wirklich? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Digitalradio, die Zweite - Was hinter dem Start von DAB+ steckt

Langfristig soll sich DAB+ gegen das analoge UKW durchsetzen.

(Foto: dpa-tmn)

[] Wieso die Neuerung?

DAB heißt Digital Audio Broadcasting. Radioprogramme werden eigentlich seit Jahren in digitaler Qualität über terrestrische Antennen ausgestrahlt, was das Angebot für die Hörer enorm erweitern sollte - doch viele nutzen das Angebot nicht. Denn die Geräte sind teurer als normale, der Empfang ist nicht immer gut, und vielen Menschen reichte das herkömmliche analoge Radio. Zeitweise wurde die Digitalisierung sogar eingestellt, nach einer Gebührenblockade 2009 durch die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). Nun steht ein neues Finanzierungsmodell, und so konnten private und öffentlich-rechtliche Radiosender das Projekt 2011 wiederaufnehmen.

[] Was bringt die neue Technologie?

DAB+ ist eine technische Erweiterung von DAB. Durch die Technologie können noch mehr Programme als bisher gleichzeitig ausgestrahlt werden, nämlich mehr als 100. Im klassischen UKW-Empfang finden lediglich 30 gleichzeitig Platz. Negativ: Wer einen alten, reinen DAB-Empfänger besitzt, kann Programme in DAB+-Technologie nicht hören (mehr zu den Details der Techniken hier). Positiv: Die Klangqualität ist optimiert. Es gibt kein Rauschen oder Knistern mehr. Stattdessen bricht bei Empfangsproblemen der Ton einfach ab. Das meist nervige Sendersuchen entfällt - per automatischer Frequenzsuche werden alle verfügbaren Programme auf dem Display angezeigt. Denn alle Programme werden über ein- und dieselbe Frequenz gesendet. Außerdem können die Hörer Zusatzinformationen wie Verkehrsmeldungen, Wetterinfos oder Songtitel per Text beziehen. Eine praktische Neuerung vor allem auch für Autofahrer.

[] Wird jetzt der UKW-Empfang abgestellt?

Bis auf Weiteres wird auch noch über UKW gesendet - Sie brauchen kein neues Gerät. Das Telekommunikationsgesetz sieht zwar vor, dass der jetzige Frequenznutzungsplan 2015 ausläuft, doch die Gremien diskutieren derzeit über eine Verlängerung. Voraussichtlich wird es in den kommenden zehn Jahren beide Ausspielwege nebeneinander geben. Jedes neue Digitalgerät verfügt auch über einen UKW-Tuner.

[] Welche Sender werden ausgestrahlt?

Bundesweit werden 14 Programme einheitlich ausgestrahlt, darunter Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur. Um das Angebot in Ihrem Bundesland zu checken, gehen Sie auf www.digitalradio.de und klicken sich in die Bundesländer-Übersicht. Alle bisherigen DAB-Sender sind auch mit DAB+-Geräten zu empfangen. Sie werden erst nach und nach auf die neue Technik umgestellt, je nach Bundesland in unterschiedlichem Tempo. Das gesamte Angebot wird schrittweise ausgebaut. Zunächst wird DAB+ an 27 deutschen Sendestationen ausgestrahlt, bis 2014 sollen es 110 sein.

[] Was kostet das alles?

Für DAB+ brauchen Sie ein digitales Radiogerät, das mindestens 50 Euro kostet. Einige Hersteller bieten inzwischen Autoradios für die neue Technik an. Man kann sich das Geld allerdings oft auch sparen, wenn man daheim hören will - denn die meisten Anbieter senden auch im Internet. Ebenfalls in digitaler Qualität.