Musik-TV-ModeratorenDie Models und die Freaks

Nun haben also auch "Joko und Klaas" ihre eigene Abendshow auf Pro 7. Was wurde aus den anderen Viva- und MTV-Moderatoren unserer Jugend: Mola, Milka, Heike, Charlotte und wie sie alle hießen? Wer machte Karriere, wer wurde abgesägt - und wer ist Ihr Favorit? Stimmen Sie ab!

Musik-TV-Moderatoren – Stefan Raab: Der Entertainment-Papst

Nun haben also auch "Joko und Klaas" ihre eigene Abendshow auf Pro 7. Was wurde aus den anderen Viva- und MTV-Moderatoren unserer Jugend: Mola, Milka, Heike, Charlotte und wie sie alle hießen? Wer machte Karriere, wer wurde abgesägt - und wer ist Ihr Favorit? Stimmen Sie ab!

Wer war er?

Es scheint schier unmöglich, sich die überpräsente Show-Figur, die Stefan Raab heute ist, in einem quietschbunten kleinen Viva-Studio vorzustellen - und doch begann Raabs Fernsehkarriere mit 27 Jahren genau hier. Von 1993 bis 1998 blödelte er sich durch Ma guckn und Vivasion. Sein schräger, zuweilen geschmackloser Humor spaltete schon damals die Zuschauer in Fans und Hasser. Und dann fing der komische Kerl mit der hässlichen Brille, den vielen "Ähs" und der seltsamen Haartolle auch noch zu singen an: Während der Fußball-WM 1994 einen irrsinnigen Rapsong namens Böörti Böörti Vogts, 1995 gemeinsam mit Bürger Lars Dietrich und Jürgen Drews eine Coverversion von Ein Bett im Kornfeld, 1996 Hier kommt die Maus. Singen konnte er nicht, die Texte waren gaga - aber Raab war gekommen, um zu bleiben. 1998 komponierte er für Guildo Horn den Schlagersong Guildo hat Euch lieb - immerhin ein Platz sieben.

Was wurde aus ihm?

Stefan Raab kann immer noch nicht singen. Sein Humor ist immer noch Geschmackssache. Aber was wäre das deutsche Fernsehen inzwischen ohne ihn? Kaum denkbar: Er brachte Pro Sieben TV Total, Schlag den Raab und viele andere Shows, die die Welt zwar nicht brauchte, dafür aber umso höhere Einschaltquoten hatten. Und schließlich schenkte er Deutschland "unsere Lena". Dahin war es ein langer Weg: Schon im Jahr 2000 nahm Raab höchstpersönlich mit einem gewohnt sinnfreien Song namens Wadde hadde dudde da? am Eurovision Song Contest teil. Zwar stand der unter Verdacht, teilweise von den Spice Girls abgekupfert zu sein - aber damals war man noch nicht so streng mit Copy/Paste. Es reichte für den fünften Platz. Für den ESC 2004 castete er den stimmlich hoch talentierten Sänger Max Mutzke (Platz 8). Und dann kam das Jahr 2010 und Stefan Raabs Castingshow Unser Star für Oslo. Schon nach der ersten Ausstrahlung fieberte halb Deutschland vor dem Fernseher, um den Siegeszug der Favoritin mitzuerleben. Lena Meyer-Landrut fluchte, pöbelte und kiekste sich bis nach Oslo - und gewann. Seitdem ist Stefan Raab in der deutschen Unterhaltungsbranche unantastbar geworden. Fortsetzung folgt. 

Texte: Ruth Schneeberger und Hannah Beitzer/sueddeutsche.de

Bild: ddp images 15. Juni 2011, 11:392011-06-15 11:39:14 © sueddeutsche.de/rus/beitz/bgr/pak