Saalfrank über Trennung von RTL "Wir hatten keine Drehbücher"

Die ehemalige "Super Nanny" Katharina Saalfrank wehrt sich einem Medienbericht zufolge gegen Vorwürfe, ihre RTL-Sendung sei "Scripted Reality". Allerdings hätte sie sich mehr Ruhe und Gesprächszeit gewünscht. Und der Druck sei immer höher geworden.

Die Erziehungsexpertin Katharina Saalfrank hat den Vorwurf einer "Scripted Reality" der Fälle ihrer RTL-Sendung "Die Super Nanny" zurückgewiesen. "In dem Format wurde nie gescripted, es wurden nie Anweisungen gegeben, wir hatten keinerlei Drehbücher", sagte die 40-Jährige dem Berliner Tagesspiegel. Alles sei echt gewesen. "Ich bin ganz ohne Groll gegangen und bin RTL sehr dankbar für alles", fügte sie hinzu.

"Art unnötige Dramatik": Nach der Trennung von RTL erzählt Katharina Saalfrank von dem immer höher werdenen Druck, unter dem sie arbeiten musste.

(Foto: dpa)

Das Format habe viele Menschen zum Nachdenken über sich selbst angeregt und die Hemmschwelle gesenkt, professionelle Hilfe zu nutzen. Sie habe in "Die Super Nanny" viel experimentieren und "pädagogische Inhalte in den Vordergrund stellen" dürfen. "Im achten Jahr hatte ich nun das Gefühl, dass eine weitere Entwicklung in diesem Format nicht mehr möglich ist."

Zu dem Entschluss, sich von RTL zu trennen, hat Saalfrank zufolge unter anderem der steigende Druck geführt: "Da wächst die Geschwindigkeit, mit der man arbeiten soll, es gibt schnellere Schnitte, Wiederholungen drastischer Szenen in Zeitlupe oder Großaufnahmen von traurigen Kinderaugen, außerdem hinterlegte Musik, eine Art unnötiger Dramatik, gerade bei den zwölf sehr schwierigen Familien in der letzten Staffel." Saalfrank sagte, sie brauche Ruhe und Zeit für längere Gespräche, um alles zu verstehen und dann auch gute Unterstützung leisten zu können. Diese Ruhe und Zeit konnten ihr die Kölner Programmmacher wohl nicht mehr bieten.

Der Deutsche Kinderschutzbund hatte das Ende für die RTL-Sendung begrüßt. "Dadurch fühlen wir uns in der Kritik bestätigt, die wir seit vielen Jahren an der Super Nanny äußern", sagte Präsident Heinz Hilgers Ende November zum Aus der Sendung.

Der Spiegel hatte damals berichtet, dass Saalfrank sich in einer Mail an die Senderverantwortlichen beklagt hatte, in ihre Arbeit sei "teilweise sogar gegen pädagogische Interessen eingegriffen" worden. Die Sendung war von September 2004 an bis Mitte November 2011 bei RTL zu sehen. Die letzte Staffel hatte gerade mal 17,2 Prozent Martkanteil bei den Zuschauern unter 50 Jahren erreicht.