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Helmut Kohls Söhne im Gespräch:"Ich verfolge das Filmprojekt als Herzensangelegenheit"

SZ: Haben Sie Ihrem Vater von dem Film über Hannelore Kohl erzählt?

Helmut, Walter und Peter Kohl auf der Beerdigung von Hannelore, 2001

Helmut Kohl (v. l.) mit seinen Söhnen Walter und Peter auf der Beerdigung von Hannelore im Jahr 2001.

(Foto: DPA)

Peter Kohl: Wir haben erst kürzlich über Verschiedenes bei einem Besuch gesprochen. Er weiß Bescheid.

SZ: Walter Kohl, stehen Sie wieder in Kontakt zu Ihrem Vater? In Ihrem Buch Leben oder gelebt werden haben Sie beschrieben, wie er mit Ihnen brach.

Walter Kohl: Ich habe am vergangenen Wochenende ausführlich mit meinem Vater telefoniert und ein sehr gutes Gespräch geführt. Er hat gesagt, er ruft mich bald wieder an. Wir haben also den Kontakt wieder aufgenommen, und das hat mich sehr gefreut.

SZ: Worüber haben Sie geredet?

Walter Kohl: Über viele Dinge. Darüber, wie es ihm geht und was er macht. Über mein Buch, das er kennt, haben wir nur am Rande gesprochen.

SZ: Wie ist Ihr Verhältnis zu Maike Richter, der zweiten Frau Ihres Vaters?

Peter Kohl: Es ist ein schwieriges. Was meinen Vater betrifft: Das Verhältnis zwischen ihm und mir war in der Vergangenheit nicht immer einfach, oft hochkomplex. Aber er ist, wer er ist. Heute respektiere ich ihn als Mensch und Vater.

SZ: Akzeptiert Ihr Vater den offenen Umgang mit der Familiengeschichte, den Sie als Brüder jetzt gewählt haben?

Peter Kohl: Wir sind ja in vollkommen unterschiedlichen Ausgangslagen. Mein Vater war einer der führenden Repräsentanten der Bundesrepublik, des Staates. Teil seiner Arbeit war es, mit öffentlicher Meinung, mit Presse umzugehen. Er hatte eine bestimmte Art, das zu handhaben. Dafür wurde er auch kritisiert, andere haben das gutgeheißen. Ich bin nicht in seiner Position, Gott sei Dank. Ich bin kein Berufspolitiker, sondern Unternehmer. So kann ich beispielsweise dieses Filmprojekt als Herzensangelegenheit verfolgen, auch weil ich nicht den Zwängen unterworfen bin, denen mein Vater unterlag.