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"Game of Thrones"-Recap:Kinvara versucht, die Revolution zu beenden, und Bran macht unfreiwillig Abitur

Was der Episodentitel bedeutet:

Die Episode heißt im englischen Original "The Door", was deutlich sinnvoller als die deutsche Variante "Das Tor" erscheint. Selbige Door ist es nämlich, die Hodor halten soll. Also "Hold the door!", beziehungsweise "Halte die Tür!" Und weil Bran dazu während einer Vergangenheitsreise den Geist des jungen, eigentlich noch im Vollbesitz seiner (wenn auch nicht spektakulären) mentalen Fähigkeiten stehenden Hodor - damals noch Wyllis - übernimmt, brennt sich dieser Befehl so in dessen Hirn, dass der fortan den Rest seines Lebens gar nichts anderes mehr sagen kann. Von diesem Handlungsstrang abgesehen spielen aber sowohl Türen als auch Tore nur höchstselten (immerhin verschließt Edd das Tor von Castle Black) eine wichtige Rolle.

So wird man sich an diese Episode erinnern:

Der Three-Eyed Raven hatte Recht: Bran kann in seinen Visionen zwar die Vergangenheit beeinflussen, aber was auch immer er dort tut, ist bereits geschehen. Damit hat diese Episode also endgültig das Tor ins Genre der Zeitreise-Paradoxon-Geschichten aufgestoßen. Ab jetzt ist also so ziemlich alles erlaubt. Ob uns das nach dieser Staffel wieder einen Jon-Snow-ähnlichen Cliffhanger bescheren wird?

Bester Auftritt:

Kinvara, rote Priesterin wie Jon-Snow-Erweckerin Melisandre und jetzt auch Verbündete von Tyrion und Varys bei dem Versuch, die Revolution in Mereen zu beenden. Anders als ihre Kollegin in Westeros, die ja jetzt Jon Snow als Messias hofiert, ist Kinvara davon überzeugt, dass Daenerys das Kind der Prophezeiung sei. Wir sagen, in Erwartung der Streitereien, die da kommen mögen: Die können sich diesen Titel doch nun wirklich auch teilen!

Wir mochten Arya lieber, als sie noch ...

... einen Namen hatte. Oder anders: Allmählich wird es Zeit, dass sie wieder einen Namen hat. Die ganze Ausbildungsgeschichte samt vorübergehender Erblindung wird von Episode zu Episode zäher, weiterhin zeichnet sich keinerlei Überraschung ab, die all die vorhergehende Sendezeit rechtfertigen würde. Stattdessen stellt sich eher die Frage, ob man sie nicht genauso wie das Internatskind Bran auch einfach eine Staffel mal sich selbst hätte überlassen können.

Wen wir vermisst haben:

Ramsay Bolton. Nicht, weil seine Anwesenheit jemals besonders angenehm gewesen wäre. Sondern weil es ihm tatsächlich gelungen ist, so dermaßen unangenehm zu sein, dass wir lieber ganz genau wissen wollen, was er gerade macht. Einfach nur, um von der nächsten Grausamkeit, die er gerade für Jon Snow und Sansa vorbereitet, nicht komplett kalt erwischt zu werden. Nicht zu wissen, was er gerade macht, ist beinahe gruseliger, als ihm bei seinen Taten zuzuschauen.

Wie es weitergeht:

Daenerys wird nach ihren Ferien auf dem Reiterhof samt Abschluss-Lagerfeuer wohl bald den Weg zurück auf ihren Thron in Mereen finden. Bran und Meera finden hoffentlich den Weg nach Castle Black. Sansa findet hoffentlich die Armee, die ihr Littlefinger versprochen hat. Und der wirklich herrlich größenwahnsinnige und weniger herrlich mordlustige Euron Greyjoy findet hoffentlich nicht Yara und ihren Bruder Theon. Denn so sympathisch wie jetzt war das ehemalige Folterspielzeug von Ramsay in den bisherigen fünfeinhalb Staffeln noch nie.

*Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde die Episode als "Das Toor" benannt. Dies geht auf einen Tippfehler in der App des Pay-TV-Anbieters Sky zurück. Sky und wir haben den Fehler inzwischen korrigiert.