"Extant" mit Halle Berry auf Sixx Schwanger nach 13 Monaten im All

Grusel im All: Astronautin Molly (Halle Berry) kehrt verändert auf die Erde zurück.

(Foto: 2014 CBS Broadcasting, Inc. All Rights Reserved)

Aliens, Androiden, Auferstehung: Die Science-Fiction-Serie "Extant" setzt auf bildgewaltige Themen. Der Grusel gelingt - auch dank Halle Berry.

Von Josa Mania-Schlegel

Wer will bei dieser Hitze schon fernsehen? Drinnen sitzen, in die Röhre starren? Wohl die wenigsten. In Amerika gibt es sogar eine hämische Bezeichnung für Serien, die im Juni-Juli-August-Programm buchstäblich verheizt werden: summer replacements, die Sommer-Platzhalter.

Als solcher lief Extant im vergangenen Jahr auf CBS an. Die Folge: Kaum jemand sah zu. Jetzt wurde die Science-Fiction-Serie nach Deutschland geholt - und startet auf Sixx, pünktlich zu den ersten 30 Grad dieses Frühsommers. Astronautin Molly Woods, gespielt von Oscar-Preisträgerin Halle Berry, dürfte also abermals eher unbeachtet von einem großen Publikum versuchen, aus dem All zurück in den Alltag zu finden.

Das ist schade, denn was nach ihrer Weltraummission passiert, ist sehenswert.

Wurde er umprogrammiert?

Zurück auf der Erde, rutscht Molly in ein ziemlich unterhaltsames Zukunftsdrama: Ihr Mann, Erfinder und Fürsprecher von Menschen-Robotern ("Humanics"), hat Ärger mit der Ethik-Kommission. Zeitgleich stellt der gemeinsame Sohn, ein solcher Android, seltsame Dinge an. Wurde er umprogrammiert? Zu allem Überfluss ist Molly auch noch schwanger.

Stop, schwanger? Nach 13 Monaten auf einsamer Mission im All?

Na klar, erinnert sich die Astronautin dann in einem herrlich gruseligen Flashback, für das Mitproduzent Steven Spielberg verantwortlich sein könnte: Auf der Raumstation erschien Molly plötzlich ihr verstorbener Ex-Freund, klopfte an die Scheibe. Die Verdatterte öffnete die Schleuse, der Auferstandene tippte ihr vielsagend mit dem Finger auf den Bauch.

Damit nicht genug, Extant nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Molly erscheint ein Kollege, der sich vor Jahren, gleich nach einer Mission, das Leben nahm. Die Begegnungen mit den Toten verschweigt sie ihrem Mann, der hat gerade ohnehin eigene Sorgen: Er lässt sich auf einen zweifelhaften Deal mit der Nasa ein. Zudem dürften, zumindest wird das angedeutet, bald Aliens auftreten. Sonst noch was?

Der Plot kriegt die Kurve

Das gehört eben auch zum Schicksal klassischer Platzhalter-Formate: In einer bombastischen Pilot-Episode werden den armen Protagonisten die wildesten Handlungsstränge aufgehalst, damit am Ende auch eine große Geschichte steht. Da wird gleich von Beginn an Gas gegeben, denn normalerweise haben solche Sommer-Serien die Lebensdauer von einer Staffel.

Normalerweise, aber nicht immer. Extant nimmt sich zwar einiges vor - von Posthumanität bis Posttraumata, von Alieninvasion bis Auferstehung - kriegt aber die Kurve. Protagonistin Molly erlebt klassische Gruselmomente, dafür geht Halle Berry ans Äußerste -, ohne dass der Rest der Serie hinter ihrer Leistung verschwindet. Bildgewaltig ist Extant außerdem, Geldsparen mussten die Produzenten augenscheinlich nicht.

Das zahlt sich aus. CBS hat bereits eine zweite Staffel gebucht.

Schwüle Freitagabende lassen sich diesen Sommer also durchaus auch mal vor dem Fernseher verbringen, mit Blick ins eiskalte All.

Extant, Sixx, freitags, 20.15 Uhr