bedeckt München 31°

Deutscher Radiopreis in Hamburg verliehen:Kuss auf den Babybauch

Robbie Williams knuddelt mit der schwangeren Barbara Schöneberger, Udo Lindenberg bekommt einen Sonderpreis und die Pet Shop Boys machen Stimmung: Mit prominenten Preisrednern und Stars auf der Bühne haben Deutschlands Radiomacher in Hamburg die Besten ihrer Branche gefeiert.

Zum dritten Mal vergaben private und öffentlich-rechtliche Sender gemeinsam die Trophäen des Deutschen Radiopreises in zehn Kategorien. Die Gala im Hamburger Freihafen mit Laudatoren wie Altbundespräsident Richard von Weizsäcker wollten 58 Radiosender live übertragen. Besonders beim Höhepunkt des Abends dürften sich manche Radiohörer dann aber doch auch Bilder gewünscht haben: Gleich zu Beginn trat Popstar Williams als Laudator auf und hatte das Publikum im Saal fest im Griff. Sein Auftritt begeisterte die 900 geladenen Gäste im Saal.

Verleihung Deutscher Radiopreis in Hamburg

Ein Kuss von Robbie Williams für den Babybauch, Barbara Schöneberger ist sichtlich amüsiert.

(Foto: dpa)

Im Gespräch mit Moderatorin Schöneberger zeigte der Brite seinen ganzen Charme - selbst die routinierte 38-Jährige blieb da nicht länger cool. Zumal er gleich zu Beginn den Bauch der Schwangeren küsste. Der von Williams überreichte Preis für die beste Innovation ging an den Online-Radiosender detektor.fm.

In den Königsdisziplinen Moderation triumphierten Sina Peschke (LandesWelle Thüringen) und Werner Reinke (hr1). In weiteren Kategorien siegten Deutschlandradio Kultur mit der besten Sendung, NDR2 mit der Morgensendung, radio ffn im Bereich Comedy, RPR1 mit dem Nachrichtenformat, Klassik Radio mit der besten Programmaktion und WDR2 mit dem besten Interview. Übergeben wurden die Ehrungen für die Radiomacher unter anderem von Fernsehprominenz wie Johannes B. Kerner und Caren Miosga.

"Muammar al Gaddafi" von Martin Durm ist beste Reportage

Den Preis für die beste Reportage holte sich SWR2 für "Muammar al Gaddafi: Aufstieg und Fall eines Despoten" - überreicht vom 92-jährigen von Weizsäcker, der sich einen "Freund guter Reportagen" nannte. 120 Sender hatten sich mit 252 Produktionen beworben. Die unabhängige Jury des Grimme-Instituts nominierte insgesamt 30 Sendungen und Protagonisten.

Deutschrocker Udo Lindenberg erhielt einen Sonderpreis. Showmaster-Legende Frank Elstner überreichte dem 66-Jährigen die Trophäe und würdigte ihn als einen Künstler, der sich in all den Jahren immer treu geblieben sei. "Er hat nicht nur Musikgeschichte gemacht, sondern er hat wirklich Geschichte geschrieben", sagte Elstner. "Das deutsche Radio verneigt sich vor dem Mann mit Hut." Lindenberg fühlte sich "sehr geehrt" und sang noch zwei Lieder. Außer ihm traten noch das britische Duo Pet Shop Boys und die Band Unheilig auf.

Robbie Williams war dagegen nicht zum Singen aufgelegt: Nach seiner Rede nahm er noch eine Weile im Saal Platz genommen. Schöneberger, unter anderem von Schauspielerin Nicolette Krebitz für ihre "fabelhafte Moderation" gelobt, kam aber auch so immer wieder auf den Popstar zurück. "Heute Abend da hat man echt einen Lauf als Mutter", sagte sie in Anspielung auf den werdenden Vater Williams: Der Sänger und seine Ehefrau Ayda erwarten noch im September ihr erstes Kind. Das Baby könnte jeden Moment zur Welt kommen, erzählte Williams im Gespräch mit Schöneberger. Diese hatte schon beim Anblick des Popstars gerufen: "Die Milch schießt ein!"