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Streaming-Serie "Check Check":Schema Klaas

Jan (Klaas Heufer-Umlauf) am Flughafen.

(Foto: Stephanie Kulbach/ProSieben/Joyn)
  • Klaas Heufer-Umlauf spielt in "Check Check" ein in sein Heimatkaff zurückgeworfenes überhebliches Arschloch - mit total weichem Kern.
  • Leider kommt die Serie nur selten über billigen Slapstick hinaus - und Heufer-Umlaufs Schauspiel wirkt durchgehend gleich gekünstelt.

So hatte sich Jan Rothe das nicht vorgestellt: Anstatt sein Start-up (Burger aus Algen) in Berlin groß rauszubringen, landet er wieder in seinem Heimatkaff Simmering. Sein Vater Udo (Uwe Preuss) hat Demenz, es kommt vor, dass er das Telefon neben verschimmelter Wurst im Kühlschrank findet. Jan, gespielt von Klaas Heufer-Umlauf, entscheidet sich, erst einmal bei seinem Vater zu bleiben, und fängt bei der Sicherheitskontrolle, oder auch neudeutsch "Security Check", im Simmeringer Flughafen an zu jobben. Check Check heißt die neue Joyn-Serie mit insgesamt zehn Folgen. Jede Woche werden zwei davon veröffentlicht, und irgendwann soll die Comedyserie auch bei Pro Sieben im Fernsehprogramm zu sehen sein.

Am Flughafen Simmering, wo ganz selten mal ein Flieger abhebt, trifft Jan auf viele alte Bekannte wie seine Ex-Flamme Sabine (Doris Golpashin, Heufer-Umlaufs Lebenspartnerin), die mittlerweile den Flughafen leitet. Die ist ziemlich unzufrieden, was weniger an ihrem Job als an ihrem trotteligen Ehemann liegt. Von Anfang an weiß man, dass sie mit Jan nie so wirklich abgeschlossen hat. In einer Szene sitzt Sabine in rosa Strickpulli heulend in einer Klokabine und schaut sich Fotos aus den vergangenen elf Jahren an. Jan, der Tröster an der Klotür, sagt einen der wenigen starken Sätze der Serie: "Das ist ja das Gute am Leben: Was heute scheiße ist, ist irgendwann dann mal die gute alte Zeit." Doris muss lachen, atmet schwer, sagt "du bist süß ... immer noch". Und beißt sich verlegen-verwegen auf die Unterlippe.

Alles gleich gekünstelt

Überhaupt geht es in den vier vorab gesichteten Folgen meistens darum, ob und wie süß Sabine Jan findet. Die Serie dreht sich also im Kreis und folgt immer demselben Schema: Jan Rothe ist ein überhebliches Arschloch, das einen ganz weichen Kern hat und alle heulenden Frauen (auch das passiert sehr häufig) und alle wütenden Männer zur Raison bringt. Diesen Charakter nimmt man Klaas Heufer-Umlauf nicht ab. Auch wenn die schnoddrige Art seiner Serienfigur irgendwie zu ihm passt, auch wenn Comedyserien immer irgendwie übertrieben sind: Er betont so gut wie alle Sätze gleich. Das führt dazu, dass alles, was er sagt, gleich gekünstelt wirkt.

Der Moderator und Late Night Host spielt nicht nur die Hauptrolle, er hatte selbst die Idee zu Check Check und hat die Serie mitproduziert. Dem Headautor Ralph Husmann, der auch das Drehbuch für Stromberg schrieb, und seinem Autorenteam gelingt es selten, von seichtem Slapstick abzusehen. Die Charaktere sind austauschbar. Bis auf den demenzkranken Udo, der von Uwe Preuss ganz unaufgeregt, und dafür umso rührender gespielt wird. Solche Momente werden dann aber unnötigerweise mit sentimentalem Klaviergeklimper verkitscht.

Check Check, auf Joyn.

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