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Berlin:Todenhöfer wird Herausgeber des "Freitag"

Jürgen Todenhöfer

Jürgen Todenhöfer

(Foto: dpa)

Jakob Augstein engagiert den umstrittenen Journalisten für seine Wochenzeitung. Denn Todenhöfer scheue "keine Auseinandersetzung und kein persönliches Risiko"

Von David Denk

Jakob Augstein weiß sich zu vermarkten - was allerdings vor allem ihm als Kolumnist und Talkshowgast nützt und weniger seiner 2008 gekauften linken Berliner Wochenzeitung Der Freitag. Nun hat der Verleger, seit 2013 auch Chefredakteur, eine Personalie eingefädelt, die auch den Freitag mal wieder in Erinnerung ruft: Jürgen Todenhöfer, 76, wird zum Jahresbeginn Herausgeber.

Was Augstein und ihn verbindet: Sie polarisieren. Todenhöfer freilich noch stärker als Augstein, der ihn als "streitbaren Geist und unabhängigen Kopf" preist: Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete und langjährige Burda-Vorstand interviewte den syrischen Diktator Baschar al-Assad, solidarisierte sich mit dem politisch irrlichternden Sänger Xavier Naidoo und geriet zuletzt wegen Zweifeln an der Authentizität eines als Al-Nusra-Kommandeur eingeführten Interviewpartners in die Kritik.

Todenhöfer scheue "keine Auseinandersetzung und kein persönliches Risiko", deutet Augstein dessen Geltungsbedürfnis zur Qualität um: "Mit diesen Eigenschaften passt Todenhöfer hervorragend zum Freitag." Ob das Wochenblatt von seiner Berufung wirklich profitiert, ist noch nicht ausgemacht.

© SZ vom 08.12.2016/cag

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