Bangladesch:Rasende Busse

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Bangladesch: Feurige Solidarität: Indische Studenten verbrennen in Kolkata in Unterstützung der Schülerprosteste in Bangladesch ein Abbild des bangladeschischen Premierministers Sheikh Hasina Wazed.

Feurige Solidarität: Indische Studenten verbrennen in Kolkata in Unterstützung der Schülerprosteste in Bangladesch ein Abbild des bangladeschischen Premierministers Sheikh Hasina Wazed.

(Foto: Dibyangshu Sarkar/AFP)

Ein Fotoreporter ist bei Schülerprotesten in Dhaka festgenommen worden, mehrere Journalistinnen und Journalisten sollen angegriffen worden sein. Tausende junge Menschen hatten die Millionenstadt nach dem Tod zweier Mitschüler lahmgelegt.

Bei Schülerprotesten in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka haben Regierungsaktivisten offenbar mehrere Journalistinnen und Journalisten angegriffen. Laut Medienberichten nahm die Polizei außerdem den bekannten Fotografen Shahidul Alam fest, nachdem er in einem Interview mit dem Fernsehsender Al Dschasira die Rolle der Regierung und der Polizei bei den Demonstrationen kritisiert hatte. "Wir ermitteln wegen der Verbreitung von falschen Informationen gegenüber verschiedenen Medien und wegen provozierender Kommentare", sagte ein Polizeisprecher. Alam ist der Gründer der bedeutendsten Fotografieschule seines Landes, die eine Kooperation mit dem Fotojournalismus-Studiengang der Hochschule Hannover betreibt. In den vergangenen Tagen hatte Alam gemeinsam mit seinen Studenten die Schülerproteste fotografiert und in Facebook-Live-streams diskutiert.

Am Wochenende waren mehr als 100 Schülerinnen und Schüler durch Tränengas und Schlagstöcke verletzt worden, als sie in der Hauptstadt Dhaka mehr Sicherheit im Verkehr forderten. Anlass war der Tod zweier Schüler, die auf der Straße von zwei Bussen erfasst worden waren. Die Busse sollen gerast sein, um Passagiere abzuholen. Die Demonstranten fordern sicherere Straßen im Land, wo Korruption es bislang ermöglicht, dass nicht lizensierte Fahrer und nicht registrierte Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind. Die Proteste Tausender junger Menschen legten seit Sonntag die Hauptstadt, in der zehn Millionen Menschen leben, lahm. Auch vonseiten der Demonstranten kam es zu Übergriffen, Dutzende Busse wurden in Brand gesetzt, die Stadt war wegen eines eingeschränkten Busverkehrs weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten.

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