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ARD:Weltspiegel behält Sendeplatz

Die mögliche Verlegung hatte massiven Protest hervorgerufen, nun bleibt alles beim Alten: Das Auslandsjournal Weltspiegel behält seinen Sendeplatz sonntagabends vor der Tagesschau im Ersten, wie ARD-Programmdirektor Volker Herres bekannt gab.

ARD-intern war zunächst diskutiert worden, die Sendung von 19.20 Uhr auf 18.30 Uhr vorzuverlegen. Es gab Überlegungen, die Sportschau auf den bisherigen Weltspiegel-Sendeplatz rücken zu lassen. Diese Idee hatte für Unmut gesorgt. Mehr als hundert Politik-Redakteure hatten schon vor der Entscheidung einen Brief an ARD-Programmdirektor Volker Herres geschrieben und vor einer Verschiebung gewarnt. Befürchtet wurden sinkende Zuschauerzahlen für die Auslandsberichterstattung.

Unterstützung kam von hochkarätige Moderatoren, Redakteuren und Ehemaligen. Diese schrieben einen weiteren Brief, den unter anderem die Moderatoren Ulrich Wickert, Claus Kleber, Frank Plasberg, der frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen sowie NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz und Tina Hassel, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, unterzeichneten. "In der aufgewühlten aktuellen Diskussion um die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, den Kern seines Auftrags und seine Gebührenakzeptanz ist dies aus unserer Sicht eine schwere Hypothek und damit eine falsche Entscheidung", hieß es darin.

Zu Veränderungen im Sonntagabend-Programm des Ersten kommt es, weil die Serie Lindenstraße (18.50 bis 19.20 Uhr) eingestellt wird. Ab April 2020 sollen vor dem Weltspiegel nun das Boulevardmagazin Brisant, die Reportagereihe Echtes Leben, um 18 Uhr eine kurze Tagesschau-Ausgabe, ein verlängerter Bericht aus Berlin und von 18.30 Uhr bis 19.20 die Sportschau laufen - die damit 50 statt wie bisher 30 Minuten Sendezeit erhält. Dann folgt der Weltspiegel.