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ARD stellt Vorabendserie nach 18 Jahren ein:Aus für den Marienhof

Im Quotenkampf bleibt der "Marienhof" hinter den Erwartungen zurück. Auch der Schleichwerbeskandal hinterließ Spuren. Die ARD reagiert - und zieht einen Schlussstrich.

Schluss für Inge Busch, Frank Töppers und Thorsten Fechner: Nach 18 Jahren stellt die ARD ihre Vorabendserie Marienhof ein. Die letzte Folge werde voraussichtlich im Mai 2011 ausgestrahlt, teilte der öffentlich-rechtliche Sender nun in München mit.

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Bedrückte Gesichter nicht nur vor den Kameras - der "Marienhof" enttäuschte die Erwartungen der ARD. Nach längeren Diskussionen besiegelte der Sender nun das Ende der Serie.

(Foto: ARD/Jo Bischoff)

Der Abschied vom Marienhof stehe im Zusammenhang mit einer "Neustrukturierung und Konzentration des Vorabendprogramms", so heißt es aus der ARD. Stattdessen würde man sich nun neben weiter auf die Soap Verbotene Liebe und regionale Krimis wie das Großstadtrevier konzentrieren.

Bereits seit längerem wurde über das Ende von Marienhof diskutiert. Die einstige Erfolgsserie, die in Köln spielt und in München gedreht wird, hatte in der vergangenen Zeit unter mäßigen Quoten gelitten. Dem wollten die Programmverantwortlichen offenbar nicht länger zusehen. Programmdirektor Volker Herres bestätigte nun, dass es nicht gelungen sei die Serie trotz "zahlloser spannender und emotionaler Momente" wieder in die Erfolgsspur zu bringen. 2010 erreichte Marienhof sogar nur durchschnittlich 1,63 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 8,6 Prozent entspricht.

Damit geht eine der ältesten deutschen Soaps in Rente. Der Sendestart für Marienhof war bereits am 1. Oktober 1992. Einen großen Skandal erlebte sie, als im Sommer 2005 bekannt wurde, dass die produzierende Filmfirma Bavaria zwei Münchener Placement-Agenturen jahrelang erlaubt hatte, Schleichwerbung für Marienhof zu akquirieren. Die PR-Botschaften der zahlenden Kunden oder deren Markenzeichen wurden von der Produktionsfirma in die Fernsehserie eingebaut, manchmal sogar in Drehbuchdialoge.

Als Folge der Affäre musste die Bavaria 4,5 Millionen Euro aufwenden, unter anderem für Schadenersatz an die auftraggebenden ARD-Sender sowie für Anwälte und Wirtschaftsprüfer.

Nach diesem Schock hat sich die Serie offenbar nie wieder so recht erholt.

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