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ARD: Boxvertrag mit Sauerland-Stall:Wie übermächtig können Intendaten noch sein?

Sie hatte ja, wie alle anderen, dem Boxvertrag zugestimmt. Jetzt geht es plötzlich darum, wie mächtig, manche sagen: wie übermächtig Intendanten noch sein können, und wie viel die Verwaltungsräte und Rundfunkräte mitzureden haben? Sie sind die Vertreter aller Gebührenzahler, die jedes Jahr der ARD und dem ZDF rund acht Milliarden Euro bringen. Früher waren die Gremien Abnickvereine, die von den Intendanten nur ordentlich umschmeichelt und gepudert werden mussten. Jetzt üben sie den Aufstand.

Der Fall Sauerland wird zum Härtetest, zum Politikum. Es zeichnet sich ein Eklat ab, den es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen so noch nie gab.

Über die Verträge mit dem Berliner Boxstall, die 2007 erstmals vom damaligen ARD-Programmchef Günter Struve abgeschlossen wurden, hatte vor 2011 noch nie ein Rundfunkrat befunden. Das ARD-Management wollte im harten Wettbewerb um Sportrechte schnell handeln und sah sich durch das von den Intendanten genehmigte Budget für Sportrechte dazu ermächtigt.

Aus Sicht des Programmdirektors des Ersten habe es "seinerzeit keinen Anlass zur Gremienzustimmung gegeben", führt die WDR-Intendantin Piel in einem internen Schreiben auf, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt: "Dies erweist sich in der Nachbetrachtung als bedauerlicher Irrtum, sollte jedoch nicht als bewusst gesetzwidriges Verhalten missinterpretiert werden." Es handele sich "auch nicht um den Regelfall".

Dass der neue Sauerland-Vertrag erst rund ein Jahr nach Vertragsabschluss vorgelegt wurde, erkläre sich damit, dass die Kollegen "keine unmittelbare Handlungsnotwendigkeit sahen".

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