Die Serien des Monats September:Ende gut

Serien des Monats - "Wendepunkt: 9/11 und der Krieg gegen den Terror", "Anna", "Szenen einer Ehe" und "Foundation"
(Foto: Netflix, Arte, Sky, Apple TV+)

Kleine und große Katastrophen: Das Ende aller Männer in "Y: The Last Man", das Ende einer Beziehung in "Szenen einer Ehe" und das Ende der ganzen Galaxie in "Foundation". Die Serien des Monats.

Wendepunkt: 9/11 und die Folgen

Was passiert: Die Doku-Serie beginnt mit einer ausführlichen Rekonstruktion der Anschläge vom 11. September 2001 und zeigt anschließend in vielen Archivaufnahmen und neuen Interviews mit Betroffenen, Politikern, Militärs und Sicherheitskräften die Folgen. Afghanistankrieg. Irakkrieg. Totalüberwachung. Es gibt keine neuen Enthüllungen, man bekommt aber einen ausgezeichneten Überblick über den Epochenbruch, den 9/11 von der Politik bis ins Privatleben eingeleitet hat.

Heimlicher Star: Generalinspekteur John F. Sopko erklärt desillusioniert, was der Westen in Afghanistan verbockt hat.

Nicht geeignet für: Freunde sensationslüsterner Dokus, diese Sendung ist für Netflix-Verhältnisse vergleichsweise dezent. David Steinitz

Bei Netflix, fünf Folgen

Foundation

Was passiert: Bald wird es untergehen, das galaktische Imperium, behauptet zumindest der Wissenschaftler Hari Seldon. Einzige Chance: Jetzt schon den Wiederaufbau planen, mit einer Art Enzyklopädie, die den Neuanfang erleichtert. Die muss nur erst erstellt werden. Die "Foundation"-Romane von Isaac Asimov beeinflussten die Science-Fiction maßgeblich. Was Design, Storytelling und Einfälle angeht, setzt auch die Verfilmung neue Maßstäbe.

Heimlicher Star: Die galaktischen Imperatoren: Ein Junge, ein Mann und ein Greis. Schauspielerisch und erzählerisch eine super Idee.

Nicht geeignet für: Menschen, die Filme doof finden, wenn Raumschiffe vorkommen. Nicolas Freund

Bei Apple TV+, zehn Folgen

The Morning Show, 2. Staffel

Was passiert: In Staffel 1 waren es die Erschütterungen der "Me Too"-Bewegung, die das Personalkarussell durcheinanderwirbelten. In den neuen Folgen bekommen es die Frühstücksfernsehmacher rund um Jennifer Aniston, Reese Witherspoon und Steve Carell mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu tun.

Heimlicher Star: Billy Crudup hat als Nachrichtenchef des fiktiven Fernsehsenders UBA alle Fäden in der Hand, er ist Gegenspieler und Charmebolzen zugleich.

Nicht geeignet für: Menschen, die Fernsehen als etwas von gestern betrachten. Josef Grübl

Bei Apple TV+, zehn Folgen

Szenen einer Ehe

Was passiert: Mira und Jonathan leben in einem Ikea-Werbespot, bis Mira von einer Dienstreise nach Hause kommt und Jonathan eröffnet, dass sie ihn wegen eines jüngeren Mannes verlassen wird. Nun werfen sie sich Geständnisse und Bosheiten an den Kopf, bis sie endlich wissen, wie sie zueinander stehen. Als Gratwanderung zwischen Liebe und Hass großartig gespielt von Jessica Chastain und Oscar Isaac, dialoglastig und emotional wie Ingmar Bergmans Original von 1973 - die Rollen hat Regisseur Haig Levi allerdings neu verteilt.

Heimlicher Star: Ingmar Bergman, der 1973 sich schon wusste, wie schwer Entlieben ist.

Nicht geeignet für: Menschen in aktuellen Beziehungskrisen. Susan Vahabzadeh

Bei Sky, fünf Folgen

One Lane Bridge

Was passiert: Der junge Polizist Ariki Davis muss sich gleich an seinem ersten Arbeitstag im neuseeländischen Queenstown um einen Mord kümmern: Ein Schäfer hat sich angeblich von der titelgebenden One Lane Bridge gestürzt. Doch Ariki hat Zweifel und sieht obendrein übernatürliche Erscheinungen aus dem Jenseits, die seine Sinne infrage stellen, die Ermittlungen gefährden - und aus dem Krimi einen Mystery-Thriller machen.

Heimlicher Star: Die neuseeländische Berglandschaft, deren Halbschatten mit denen in Twin Peaks mithalten können, auch wenn kein TV-Detektiv jemals an Dale Cooper herankommen wird.

Nicht geeignet für: Fans der Log Lady. Sofia Glasl

Bei Arte, sechs Folgen

Y: The Last Man

Was passiert: Alle Männer sind tot. Alle Männer? Nein, der Chaot Yorick hat als einziger eine rätselhafte Katastrophe überlebt, die alle Lebewesen mit Y-Chromosom getötet hat - und er hat jetzt wirklich keinen Bock auf einen Job als wandelnde Samenbank. Bevor das Überleben der Menschheit geklärt wird, müssen aber erst ein paar politische und private Probleme gelöst werden. Die Katastrophe soll bitte warten.

Heimlicher Star: Ashley Romans als beinharte Agentin. Wenn irgendwann alle Frauen verschwinden sollten, bleibt hoffentlich sie übrig.

Nicht geeignet für: Zuschauer, die auf etwas Neues hoffen. Nicolas Freund

Bei Disney Plus, zehn Folgen

Anna

Was passiert: Eine Seuche hat alle Erwachsenen umgebracht, die Kinder überleben - und bekämpfen sich gegenseitig. Außer Anna, die tut alles, um für ihren kleinen Bruder Astor zu sorgen. Dann wird er entführt und sie macht sich auf zur Rettung. Die Corona-Pandemie war hier nicht Ideengeberin, schließlich basiert die Serie auf dem gleichnamigen italienischen Roman von Nicolò Ammaniti aus dem Jahr 2015. Aber Corona-Parallelen werden gezielt betont.

Heimlicher Star: Viviana Mocciaro als junge Anna in den rührenden Rückblicken auf die Zeit rund um den Ausbruch der Pandemie.

Nicht geeignet für: Querdenker. Und alle zarten Seelen. An Gewalt wird hier wirklich nicht gespart. Elisa Britzelmeier

Bei Arte, sechs Folgen

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