Weckrituale zum Tag der ArbeitMorgenstund' hat Gold im Mund

Smartphone, Radio, der Kuss des Liebsten oder Kindergeschrei? Jeder hat ein anderes Ritual, den neuen Tag zu beginnen. Zum Tag der Arbeit berichten neun Menschen, auf welche Art sie sich jeden Morgen wecken lassen und wie sie sich dabei fühlen.

Weckrituale zum Tag der Arbeit – Die Hebamme

Wer nicht rechtzeitig aufsteht, der kommt zu spät zur Arbeit. Insofern wäre der "Tag der Arbeit" nichts ohne den Wecker, mit denen sich der Mensch Tag für Tag aus dem Schlaf werfen lässt. Zu welcher Uhrzeit auch immer. Neun Protokolle.

Die Geweckte: Mareike Pieper, Wetzlar.

Der Wecker: Radiowecker "Tevion RW 1209".

Das Gefühl: "Blib, bliib, bliiib, bliiiib, der Ton meines Aldi-Weckers beginnt sehr laut und steigert sich so schnell, dass irgendwann ab dem zwanzigsten Piepsen wahrscheinlich die Sicherung in unserem Haus rausfliegen würde. Dieser Klang ist sehr unangenehm, aber so geht es halt schnell. Ich mache den Wecker meistens schon nach dem zweiten Ton aus, damit mein Freund weiterschlafen kann.

Oft bin ich ohnehin schon eine Minute vorher wach, weil meine innere Uhr sich auf das frühe Aufstehen eingestellt hat. Es ist ja so: Wenn man abends beim Schlafengehen weiß, dass einen im Krankenhaus der Frühdienst erwartet, also ab sechs Uhr Entbindungen, Untersuchungen, Säuglinge, dann schläft man gar nicht erst so tief ein; dann kommt man auch leichter aus dem Bett, als wenn man acht Stunden Schlaf intus hat.

Die Arbeit in Schichten kann ich nicht jedem empfehlen. Aber ich habe das Glück, überall und zu jeder Zeit gut schlafen zu können, und dann hat der Schichtdienst auch ein paar Vorteile: Ich habe ganz unterschiedlich frei. Manchmal beginnt meine Arbeit nicht um sechs Uhr morgens, sondern sie endet dann - und wenn ich nach Hause fahre und mich auf mein Bett freue, sehe ich auf der Straße die ganzen gehetzten Menschen, die den Tag noch vor sich haben. Ein gutes Gefühl."  

Bild: oh 1. Mai 2012, 09:102012-05-01 09:10:29 © SZ vom 30.04.2012