Wassersport für Kinder Nachwuchs in Neopren

Segeln geht schon mit sieben Jahren: Ab wann welcher Wassersport für Kinder geeignet ist und zu welcher Ausrüstung Experten raten. Ein Überblick.

Was im Winter die Snowboarder, sind im Sommer die Surfer: Coole Klamotten, coole Typen, cooler Sport. Stellt sich die Frage, ab wann der eigene Nachwuchs nicht nur bunte Shorts und hippe Sonnenbrillen tragen kann, sondern auch ein Segel aus dem Wasser bekommt.

Zwar macht den meisten Kindern fast alles Spaß, was mit Wasser zu tun hat. Doch braucht es für viele Sportarten im Wasser Kraft, und sie bergen die ein oder andere Gefahr. Der Spaß hat für die Kleinen aber definitiv ein Ende, wenn sie dem Tempo und den Routinen der Erwachsenen folgen müssen. Darum gilt: Wassersport für Kinder muss auf sie abgestimmt sein.

"Die beste Voraussetzung, dass Kinder Segeln oder Windsurfen lernen können, ist, dass sie Spaß an dem Sport haben", sagt Gritt Juncken von der Segelschule Surf & Sail Rügen, die Segelkurse für Kinder ab sieben Jahren und Surfkurse ab sechs Jahren anbietet.

Oft wollten aber die Eltern, dass ihre Kinder die Sportarten lernten, und das gehe in der Regel schief. Ist die Lust da, kommt es auch darauf an, dass die Kinder schwimmen können. "Seepferdchen reicht in der Regel aus, da wir mit den Kleinen nur in Ufernähe und im flachen Wasser sind", sagt Juncken.

Ulrich Clausing vom Deutschen Kanu-Verband in Duisburg ist da schon etwas strenger: "Wenn die Kinder aktiv mitpaddeln, besonders auf längeren Touren, sollten sie schon das Bronze-Abzeichen haben."

Für Martin Janssen gibt es da überhaupt kein Pardon: "Das Alter des Kindes ist sekundär, wichtig ist die Schwimmfähigkeit", sagt der Experte von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bad Nenndorf (Niedersachsen). Das Seepferdchen reiche gerade bei Segeltörns auf hoher See auf keinen Fall aus, Bronze sei das Minimum, besser ist Silber.

Wie gut ein Kind schwimmen kann, ist aber nicht das einzige Kriterium. Genauso wichtig ist, wie vertraut es mit dem Element Wasser ist. "Es sollte nicht gleich in Panik geraten, wenn es mal ins Wasser fällt oder das Boot umkippt", erklärt Clausing. Das passiere schließlich immer mal wieder.

Und Thomas Weinhardt gibt als Regel aus: "Das Kind sollte in der Lage sein, ohne Schwierigkeiten und ohne Angst den Kopf einige Sekunden unter Wasser zu nehmen und unter dem Brett oder Segel sicher hindurchzutauchen", rät der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Wassersportschulen (VDWS) in Weilheim bei München. Hilfreich sei außerdem, wenn sich auch die Eltern im Wasser sicher fühlen, damit sie dem Kind im Notfall die Panik nehmen können.