bedeckt München

VIP-Klick: Bristol Palin:"Nein danke, Bristol"

Wer selbst nicht abstinent lebt, hat es schwer, glaubhaft über sexuelle Enthaltsamkeit zu sprechen. Das musste auch Bristol Palin erfahren.

Minderjährig, ledig, schwanger: Mit 17 Jahren wurde Bristol Palin von ihrem damaligen Freund Levi Johnston schwanger, mit 18 bekam sie einen Sohn. Dennoch - oder gerade weil sie weiß, welche negativen Konsequenzen eine Teenie-Schwangerschaft mit sich bringt, - engagiert sich die Tochter der Ex-Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, für sexuelle Abstinenz im Teenager-Alter.

Bristol Palin

Bristol Palin: Ihre Teilnahme an einer Diskussion in der Washington University wurde gestrichen.

(Foto: ag.ap)

Palins Schwangerschaft hatte bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008 für großes Aufsehen gesorgt. Mama Sarah kandidierte damals als Vizepräsidentin für die Republikaner und trat für sexuelle Enthaltsamkeit von Jugendlichen sowie gegen Abtreibungen ein. Durch den Skandal wurde Sarah Palin innerhalb einer Woche zur umstrittesten Person in der amerikanischen Politik.

Umstritten ist auch der jüngste Bekehrungszug ihrer Tochter Bristol. Die Missionarin musste eine herbe Niederlage einstecken, als bekannt wurde, dass sie im Februar in der Washington University in St. Louis, Bundesstaat Missouri, einen Vortrag über Enthaltsamkeit von Minderjährigen halten sollte. Das Vorhaben sorgte bereits im Vorfeld bei den Studenten für lautstarken Protest.

Die Studierenden bezweifelten nicht nur die Qualifikation der 20-Jährigen, sondern kritisierten darüber hinaus das saftige Honorar, welches sie für den Vortrag bekommen sollte: Die Studenten-Gesundheits-Kommission hatte ihr für ihre Teilnahme an der Diskussion über Teenager-Abstinenz 20.000 Dollar (etwa 14.700 Euro) Vergütung angeboten, wie die Zeitung New York Daily News vom Freitag schrieb.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen - das dachten sich wohl die Hochschüler und gründeten zur Unterstützung eine Facebook-Gruppe Names "No thanks, Bristol", welche bereits mehr als 1000 Mitglieder zählt.

Die Studenten-Aktion hatte Erfolg: Palin sagte daraufhin den Vortrag ab, wie US-Medien berichteten. Die Podiums-Diskussion soll trotzdem stattfinden - jedoch mit einem anderen Experten.

© sueddeutsche.de/dpa/schi
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema