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Trainingsbedingungen im Test:Mäßige Betreuung in Fitnessstudios

Leo's Sports Club, 2004

Wer Betreuung wünscht, ist auch in teuren Studios nicht immer gut aufgehoben.

(Foto: CATH)

Teuer ist auch besser? Bezogen auf die deutschen Fitnessstudios stimmt das, haben die Prüfer der Stiftung Warentest herausgefunden. Doch die Betreuung der Kunden lässt zu wünschen übrig.

Muskelprotze, die sich in miefigen Muckibuden gegenseitig beim Gewichteheben beklatschen - dieses Klischee war gestern. Auch Neon-Trikots mit passenden Frotteestirnbändern kennt man nur noch aus Achtzigerjahre-Aerobic-Videos oder Jane Fonda Gedächtnis Veranstaltungen. Heute sind Fitness-Studios wieder en vogue, Ketten und Einzelstudios buhlen mit den neuesten Geräten, unterschiedlichsten Kursen und Spa-Angeboten wie Sauna-Landschaften, Solarien oder Massagen um zahlungskräftige Kunden.

Acht Millionen Mitglieder verzeichnen die deutschen Fitnessanlagen laut der Wirtschaftsprüfer von Deloitte. Die meisten Sportler melden sich bei günstigen oder Premiumstudios an, entsprechend hat die Stiftung Warentest Studios von vier günstigen und zwei Premiumanbietern in fünf Städten getestet. Die Spezialisten von Kieser Training wurden ebenfalls überprüft. Im Fokus standen die Trainingsbedingungen, die Betreuung, die Geräteausstattung, Service und Sauberkeit der Studios sowie die Qualität des Einführungstrainings.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Die Premiumanbieter Injoy (2,0), Fitness First (2,5) und die Spezialisten von Kieser Training (2,4) haben am besten abgeschnitten. Sie bieten Kraft-, Ausdauertraining und Kurse an. Die Mitgliedschaft kostet allerdings 600 Euro pro Jahr.
  • Die Discountanbieter wie McFit, Easy Fitness.de, Cleverfit und Easy Sports Fitness verlangen teilweise nur die Hälfte an Gebühren, sparen dafür aber auch an Personal. Die Gutachter stufen die Studios mit befriedigend, Cleverfit und Easy Sports Fitness sogar nur mit ausreichend ein.
  • Gespart wird meist am Personal: Der Einstufungstest vor dem ersten Training beschränkte sich bei den günstigen Anbietern auf ein Minimum.
  • Trainer wurden auch in den Premiumstudios eher selten gesehen, abgesehen von den Betreuern bei Kieser Training. Das Personal in den günstigeren Studios war meist mit anderen Dingen beschäftigt, etwa Reinigungsarbeiten oder Rezeptionsdienst.
  • Warten mussten die Testpersonen selten, Geräte standen in allen Studios ausreichend zur Verfügung und sogar bei den günstigen Anbietern ist die Ausstattung laut Stiftung Warentest "erstaunlich gut".

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

Fitness-Willigen geben die Gutachter in Zusammenarbeit mit Urs Granacher, dem Sportmediziner der Uni Potsdam, einige Tipps an die Hand: Einsteiger sollten vor allem auf kurze Vertragslaufzeiten achten und Probetrainings in Anspruch nehmen. Wer älter ist als 35 Jahre und sportlich länger nicht aktiv war, sollte sich vorher medizinisch untersuchen lassen. Bei Neukunden sollte der Fitnesscheck und ein individuell erstellter Trainigsplan obligatorisch sein. Anfänger sollten drei Mal pro Woche 30 bis 45 Minuten trainieren.

© süddeutsche.de/angu/bero

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