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Spiel des Jahres 2020:"Ein bisschen wie ein Nobelpreis"

Die Erzieherin Daniela Stöhr, 39, und der Informatiker Christian Stöhr, 46, haben zwei kleine Kinder. Die Spieleerfinder leben in Weinstadt-Endersbach.

(Foto: Spiel des Jahres)

Daniela und Christian Stöhrs Gesellschaftsspiel "Pictures" wurde als deutsches "Spiel des Jahres 2020" ausgezeichnet. Ein Anruf bei dem Ehepaar aus der schwäbischen Provinz.

Interview von Martin Zips

Konkrete Bilder abstrakt erklären: "Pictures" ist das deutsche "Spiel des Jahres" 2020. Die Auszeichnung wird seit 1979 vom gleichnamigen Verein vergeben. Beim diesjährigen Gewinnerspiel müssen Spieler mit Bauklötzen, Schnüren, Karten und Steinen Fotos so nachlegen, dass sie von anderen Spielern eindeutig erkannt werden. Ein Gespräch mit den beiden Preisträgern Daniela und Christian Stöhr.

SZ: Hallo?

Christian Stöhr: Warten Sie! Meine Frau steht gerade neben mir! Ich mach mal den Lautsprecher an.

Herzlichen Glückwunsch.

Christian Stöhr: Das ist die größte Auszeichnung in der Spielebranche!

Daniela Stöhr: Ein bisschen wie ein Nobelpreis.

Ja.

Christian Stöhr: Unser erstes Spiel war ja nicht sehr erfolgreich.

Daniela Stöhr: Aber wir haben noch sooo viele Ideen, die bisher nicht veröffentlicht sind. Bestimmt zehn Spiele warten noch in unseren Schubladen.

Worum geht es in Ihrem Spiel?

Christian Stöhr: Die Spieler haben die Aufgabe, Fotos nachzulegen. So, dass sie von den Mitspielern erkannt werden. Allerdings müssen sie das mit Stäbchen, Schnürsenkeln, Farbwürfeln oder Bauklötzen tun.

Mit Schnürsenkeln?

Christian Stöhr: Ja. Wissen Sie, unser Sohn, der ist drei, der hat mal so ein Steckspiel geschenkt bekommen, bei dem man mit farbigen Kreisen Bilder nachstecken kann.

Und da...

Christian Stöhr: Und da habe ich mir gemeinsam mit Daniela noch andere Dinge ausgedacht, mit denen man das machen kann.

Verleihung Spiel & Kennerspiel des Jahres 2020

Die coronabedingt entwicklerlose Verleihung des Preises "Spiel & des Jahres 2020".

(Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Bilder werden in unserer Gesellschaft generell ja immer wichtiger...

Daniela Stöhr: Also ich fotografiere sehr gerne. Dadurch hatten wir eine gute Grundlage an Fotos, die man verwenden kann.

Texte hingegen werden von vielen gar nicht mehr...

Christian Stöhr: Ich hatte schon als Schulkind immer ein Quartettspiel mit dabei. Autos, aber auch Schiffe und Traktoren.

Haben Sie beide sich übers Spielen kennengelernt?

Daniela Stöhr: Nein. Wir haben uns über das Internet kennengelernt. Über das Portal "Christ sucht Christ". Ich bin ja sehr aktiv bei uns in der evangelisch-methodistischen Kirche.

Christian Stöhr: Und ich bin aus Hessen zu ihr gezogen.

In die schwäbische Provinz?

Daniela Stöhr: Ins schöne Remstal.

Und was machen Sie so, in Ihrer Gemeinde?

Daniela Stöhr: Ich spiele Gitarre.

Christian Stöhr: Ich habe bisher die Jugendkicker-Mannschaft trainiert.

Daniela Stöhr: Wir veranstalten auch Spielenachmittage.

Gut.

Christian Stöhr: Mein liebstes "Spiel des Jahres" war bisher immer "Siedler von Catan". Das habe ich zehn Jahre rauf und runter gespielt. Unglaublich, dass wir jetzt selber den Titel haben!

Daniela Stöhr: Und ich liebe Memory. Ich habe sogar eine richtig schöne Memory-Sammlung.

© SZ/ick
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