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Schnelle Hirnentwicklung:Volle Denkleistung ab elf Jahren

Nicht ohne Grund gewinnen Kinder beim Memory so häufig gegen ihre Eltern. Ihre Gehirnleistung erreicht bereits früh das Niveau von Erwachsenen.

Kleine Kinder bieten Erwachsenen nicht grundlos in Memory und Videospielen die Stirn: Bereits mit elf bis zwölf Jahren erreicht ihre Gehirnleistung und Feinmotorik Erwachsenen-Niveau.

Jugendliche Denkleistungen entsprechen denen von Erwachsenen - Kinder haben nur weniger Erfahrung.

(Foto: Foto: istock)

Dieses Fazit zieht eine Forschergruppe unter der Leitung von Deborah Waber von der Harvard Medical School, unterstützt von den US-amerikanischen National Institutes of Health.

Die Wissenschaftler prüften knapp 400 gesunde Kinder zwischen sechs und 18 Jahren auf ihre Fähigkeiten (Journal of the International Neuropsychological Society 2007, online first).

Neben klassischen Intelligenz- und Verhaltenstests musste der Nachwuchs auch regelmäßig eine Magnetresonanztomographie (MRT) über sich ergehen lassen.

Das Forscherteam hofft, durch die Verknüpfung der Gehirnbilder mit den restlichen Daten eine wichtige Grundlage zu schaffen: Die Studie "gibt Forschern eine Referenz dafür, wie sich ein Gehirn normal entwickelt", sagte Waber. Anhand von MRT-Bildern könnten Ärzte auch feststellen, ob sich ein Kind normal entwickle, so die Autoren.

Die Leistung der jungen Versuchsteilnehmer stieg in den motorischen und geistigen Bereichen nach dem zehnten Lebensjahr nur noch geringfügig an. Daher vermuten die Experten, dass Gelerntes in späteren Jahren hauptsächlich gefestigt wird.

In der Studie stellen die Autoren auch Unterschiede zwischen Kindern gleichen Alters fest. So schnitten Jungen in einigen Aufgaben zum räumlichen Denken besser ab, Mädchen bei verschiedenen sprachlichen Übungen. Bei den Mathe-Aufgaben lagen die Geschlechter aber wieder gleichauf.

Wer sich auf ein Spiel mit Kindern einlässt, muss sich also schon bei den Zwölfjährigen auf starke Kontrahenten gefasst machen - nur in Wissensfragen können sich Erwachsene noch auf einen Trumpf verlassen: ihre längere Erfahrung.

© Quelle: www.medical-tribune.de
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