Rückkehr aus dem Urlaub Das Post-Holiday-Syndrom

Schwere Zeit: Wenn der Urlaub vorbei ist

(Foto: iStockphoto)

So viele E-Mails, so viel Wäsche: Nach dem Urlaub folgt das Klagen, Experten geben Tipps gegen den Frust. Aber was soll eigentlich die ganze Jammerei?

Von Michael Neudecker

Wir Zeitungen sind ja nicht blöd, daher wissen wir immer ganz genau, was Sie, liebe Leser, gerade brauchen. Und jetzt, da wieder die Zeit anbricht, in der die Menschen nach dem Sommerurlaub an ihre Schreibtische zurückkehren, brauchen Sie vor allem: gute Ratschläge, wie diese schwere Zeit zu überstehen ist, weshalb wir nun wieder viel über das von Wissenschaftlern so genannte Post-Holiday-Syndrom schreiben.

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Wo haben unsere Bundesliga-Profis eigentlich die Ferien verbracht? Kevin de Bruyne unter Löwen, David Alaba am See - nur Thomas Müller tat mal wieder das, was keiner erwartet hätte.

So ein Schmarrn, sagen jetzt vielleicht Sie. Aber Moment!, sagen dann wir, das Post-Holiday-Syndrom ist schon deshalb ernst zu nehmen, weil es Wissenschaftler gibt, die sich einen Namen dafür ausgedacht haben. Und alles, was auf "-Syndrom" endet, ist böse.

Ein recht muschelfreies Leben

Betroffene sind daran zu erkennen, dass sie unmittelbar nach der Rückkehr zum Beispiel stöhnen: "Gott, so viele E-Mails, da mag man doch gar nicht mehr wegfahren", oder: "Oh je, der Garten verdorrt, da mag man doch gar nicht mehr wegfahren", oder: "Du liebe Zeit, die Wäsche, der leere Kühlschrank, da mag man . . . (sic)"; Nicht-Wissenschaftler nennen dies auch gerne das Permanent-Heul-Syndrom.

Die Kollegen von der Deutschen Presse-Agentur befragen jedes Jahr um diese Zeit einen Experten, was dagegen zu tun ist, dieses Mal einen gewissen Herrn Poppelreuter aus Bonn, von Beruf Organisationspsychologe; er sagt, man solle "langsam wieder Fahrt aufnehmen", besonders an den ersten Tagen "die Pausen aktiv gestalten" und - Achtung, Geheimtipp! - eine Urlaubserinnerung mit ins Büro nehmen, "eine Muschel, einen Stein, ein Foto an der Wand oder auf dem Bildschirmschoner". Vor allem das mit der Muschel ist schlau, denn in Muscheln hört man das Meer rauschen.

Wir Zeitungen haben zwar keine Muscheln im Büro, wir haben schließlich gelernt, das Leben so aufzuschreiben, wie es gerade daherkommt, nämlich oft recht muschelfrei.

Kater ohne Kopfweh

Und wenn man ganz ehrlich ist, muss man dem Herrn Poppelreuter da ohnehin widersprechen: Diesen Muschel-aktiv-Kram braucht man gar nicht, wenn man einmal begriffen hat, dass die ersten drei Tage nach dem Wiedereintritt in den Alltag - und das ist den Wissenschaftlern und Experten zufolge genau der Zeitraum, in dem man für das Post-Holiday-Syndrom besonders anfällig ist - nichts anderes sind als die ersten drei Tage nach dem Super-Rausch. Drei Tage Kater, nur ohne Kopfweh und schlechten Magen, herrlich. Nie freut man sich mehr auf den wunderbaren Schweinsbraten in der Kantine oder sogar das grüne Dingens am Vegetarierstand.

Und wenn dann endlich die Erkenntnis in alle Gehirnwindungen gekrochen ist, dass sich die Welt in den vergangenen Wochen doch weitergedreht hat, dann - ja, was dann? Planen Sie möglichst rasch Ihren nächsten Urlaub, sagt Herr Poppelreuter.

Und da hat er schon recht, denn, alte Organisationspsychologenweisheit, nach dem Syndrom ist vor dem Syndrom. Außerdem, alte Zeitungsschreiberweisheit: Jedem Rausch wohnt die Gewissheit inne, dass er sicher nicht der letzte war.

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