Diskurs Jetzt rede ich

Argumentative Überrumpelung: Neue Stimmen wie der Youtuber Rezo prägen die öffentliche Debatte, etablierte Meinungsmacher (im Bild Albrecht Dürers Schriftgelehrte) tun sich damit schwer.

(Foto: Bridgeman Images, Youtube)

Ist unsere Debattenkultur bedroht, weil Youtuber und junge Klimaaktivisten plötzlich die alten Meinungsführer herausfordern? Ein Plädoyer für mehr Gelassenheit.

Von Hilmar Klute

Als nicht mehr ganz junger, im Taschenlexikon- und Kursbuch-Kosmos halbwegs sozialisierter Zeitgenosse fühlt man sich dieser Tage schnell verführt, in die Reihe der Götterdämmerungspropheten einzuscheren. Wenn etwa die kluge, intellektuell redliche und mit gelegentlich auch robust gesetzter Klarheit streitende Schriftstellerin Eva Menasse eine verzweifelte Leuchtrakete aus dem offenbar untergehenden Diskursparadies sendet, blickt man schon aus Sympathiegründen auf.

Das, was wir früher Diskurs und argumentative Auseinandersetzung nannten, sei heute, so Menasse, komplett zersplittert. Die Digitalisierung habe die gute alte Öffentlichkeit außer ...