Klimawandel:Plan B: Planet B

Klimawandel: Blick nach oben: Noch bis Mitte August flitzen die Sternschnuppen der Perseiden durch den Nachthimmel.

Blick nach oben: Noch bis Mitte August flitzen die Sternschnuppen der Perseiden durch den Nachthimmel.

(Foto: Marika Marini, Studio Orto)

Die Erde ist nicht allein in unserem Sonnensystem. Könnte man auch woanders leben? Sieben Planeten im Wohn-Check.

Von Nina Himmer

Die ätzende Venus

Sie gilt als der ungemütlichste Planet im Sonnensystem: knapp 500 Grad Dauerhitze, Regen aus ätzender Schwefelsäure und Druckverhältnisse wie in der Tiefsee. Hinzu kommt eine Gashülle aus Kohlendioxid, die so dicht ist, dass sich Laufen auf der Venus anfühlen würde wie durchs Wasser zu waten. Würden wir aber eh nicht tun: Denn die Hülle ist für uns giftig.

Der stürmische Neptun

Neptun und Uranus sind quasi Planetenzwillinge: Beide haben eine Atmosphäre aus kosmischem Eis und Gas. Stehen oder laufen könnte man auf ihrer Oberfläche nicht. Mit minus 200 Grad ist es auf dem Neptun viel zu kalt für menschliches Leben. Außerdem ist das Wetter eher bescheiden: Es gibt Stürme und Böen mit bis zu 2000 km/h. Auf den Monden des Planeten speien Eisvulkane kalten Stickstoff.

Der eisige Uranus

Auf Uranus dauert der taghelle Sommer 42 Jahre. Zum Partyplanet ist er deshalb trotzdem nicht geworden: Zum einen besteht seine Oberfläche aus kosmischem Eis und Gas, zum anderen ist er so weit von der Sonne entfernt, dass die Durchschnittstemperatur fiese minus 214 Grad beträgt. Und auch für den Winter gilt leider: 42 Jahre eisige Dunkelheit.

Der riesige Jupiter

Unsere Erde würde mehr als 1300 Mal in den Jupiter passen. All der Platz bringt den Menschen aber nichts. Denn Jupiter hat keine feste Oberfläche, sondern besteht aus Gas. Wegen der großen Entfernung zur Sonne ist es bitterkalt, und seit über 300 Jahren tobt ein fetter Sturm. Nicht praktisch, aber schön: Es regnet dort Diamanten.

Der leichte Saturn

Würde man den Saturn ins Wasser legen, würde er schwimmen. Das liegt an den superleichten Gasen Wasserstoff und Helium, aus denen er besteht. Saturn ist sehr weit von der Sonne entfernt und trotzdem sauheiß: 195 Grad. Außerdem ist es sehr stürmisch und es gibt Blitze, die bis zu einer Million Mal stärker sind als auf der Erde.

Der Hoffnung machende Mars

Er ist der einzige Planet, auf dem eines Tages vielleicht Menschen leben könnten. Auf dem Mars gibt es gefrorenes Wasser und Forscher glauben, dass man aus seiner Atmosphäre Luft zum Atmen filtern könnte. Weil der Mars mit durchschnittlich minus 61 Grad recht frostig ist, müsste man ihn erwärmen. Etwa mit dem Treibhauseffekt, den man von der Erde kennt. Das würde die dünne Mars-Atmosphäre verdichten,gefährliche Strahlung abschirmen, Wasser verflüssigen und eine insgesamt lebensfreundlichere Umgebung schaffen.

Der geheimnisvolle Merkur

Merkur und Mond haben viel gemeinsam: Beide haben eine felsige, von Kratern übersäte Oberfläche. Leben könnte man dort nicht, weil es an Wasser fehlt und die Atmosphäre sehr dünn ist. Das bedeutet riesige Temperaturschwankungen: Tagsüber ist es bis zu 450 Grad warm, nachts eiskalt mit minus 180 Grad. Kurios: Der ohnehin schon kleineste Planet unseres Sonnensystems schrumpft - warum, weiß niemand so genau.

© SZ vom 31.07.2021
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