Joggen bei Kälte:Nicht nur die Nase läuft

Trinken nicht vergessen

Viele versuchten gegen Ende, noch einmal möglichst alles herauszuholen und rennen besonders schnell. Genau das schade aber der Muskulatur. Läufer sollten zudem darauf achten, nach dem Joggen nicht auszukühlen. Nach dem Laufen öffne sich ein immunologisches Fenster, erklärt Hohwaldt. Das Immunsystem sei dabei nach der Belastung besonders schwach und angreifbar. Deshalb wechselt der Läufer nach dem Training am besten direkt die durchgeschwitzte Wäsche und begibt sich ins Wärme.

Die erste halbe Stunde nach dem Joggen sei besonders gefährlich. "In diesem Zeitfenster ist der Körper besonders anfällig für Erkältungen."

Die Ernährung trägt zusätzlich dazu bei, den Körper auch bei niedrigen Temperaturen leistungsfähig zu halten. Läufer sollten darauf achten, dass sie im Winter genauso viel trinken wie im Sommer, sagt Banzer. "Durch die Kälte haben viele das Gefühl, weniger zu schwitzen." Deshalb würden sie weniger trinken. Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung sei aber auch im Winter sehr wichtig.

Wer besonders viel schwitzt, verliere außerdem Mineralstoffe, sagt Metz. Deshalb könnten Magnesiumtabletten eine sinnvolle Ergänzung sein. Ob dauerhaft Nahrungszusätze wie Vitamine und Mineralstoffe sinnvoll sind, wird am besten mit dem Hausarzt abgesprochen. Das hänge auch von der übrigen Ernährung ab und sollte im Einzelfall abgewogen werden, rät Banzer.

Ambitionierte Sportler müssten zudem mit einer stärkeren Temperaturregulation rechnen - und damit einer erhöhten Stoffwechselaktivität. Dadurch erhöhe sich die Herzfrequenz. "Läufer mit Pulsuhr sollten wissen, dass die Gesamtbelastung im Winter größer ist." Jogger sollten daher versuchen, ihre Leistung zu halten und sich nicht übermäßig zu belasten.

Wer im Winter joggt, tut damit aber auch etwas für seine Gesundheit. Der Sport in der Kälte habe eine immunstimulierende Wirkung, sagt Banzer. "Der Kältereiz gibt dem Immunsystem den Auftrag, sich zu stärken."

Es gebe im Endeffekt keinen Grund, im Winter nicht vor die Tür zu gehen. Dazu müssen zwar viele ihre eigene Trägheit überwinden. Die Erfahrung, auch bei schlechtem Wetter zu laufen, kann aber auch sehr lohnenswert sein.

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