Hometrainertest (13): Das Balance Board Die wippende Untertasse

Wenn im Wohnzimmer ein Ufo landet, muss niemand schreiend weglaufen - im Gegenteil. Die wackelnde Untertasse ist die Lösung für alle, die nach Ausgeglichenheit suchen.

Von Jochen Temsch

So heißt es: Sissel Balance Board Pro Das ist es: Eine Holzscheibe auf einer Halbkugel zum Draufstehen Das soll es: Gleichgewicht und Koordination verbessern

Das Balance Board Pro

(Foto: Foto: Sissel)

Das Ding sieht aus wie das Idealbild einer fliegenden Untertasse, die im Wohnzimmer gelandet ist. Es ist aber kein unbekanntes Flugobjekt - zumal es aus Holz ist. Denn früher war alles besser, und die Balance Boards waren noch aus natürlichem Material.

Unausgeglichene Computer-Kids verstehen unter so einem Kippelbrett nur noch das, was Nintendo als digitales Wii-Zubehör zum Spielen auf den Markt wirft. Die alte, analoge Version - eine simple Holzscheibe auf einer Halbkugel ohne Kabel und Bildschirmanschluss - hat schon mal den großen Vorteil, dass der Einzige, der dabei abstürzen kann, der Heimturner ist.

Balance-Trainer zum Draufstehen gibt es in verschiedenen Ausführungen: als Schaumstoffmatten, als genoppte, an Tretminen erinnernde Weichgummikissen oder luftgefüllte Hartplastikscheiben. Diese Geräte lassen sich dann gleich noch zum Sitzen, zur Fußmassage oder - mit etwas Phantasie - zum Frisbeespielen benutzen.

Der eigentliche Zweck der Gleichgewichtsschuler ist die Verbesserung der Koordination und Reaktion, die Stärkung der Fuß- und Rumpfmuskulatur sowie die Steigerung der Konzentration - was dem Ausbalancierten wiederum beim Joggen, Tennis- oder Fußballspielen zugutekommen und ihn vor Verletzungen schützen soll.

Softes Heranbalancieren

Am anspruchsvollsten, weil am kippeligsten, ist eine Neigungsfläche mit möglichst geringem Bodenkontakt - etwa durch die hölzerne Halbkugel. Der Namenszusatz Pro für Professional deutet bereits an, dass Ungleichgewichtige sich erst mit softeren Geräten an den harten Kreisel heranbalancieren sollten. Das Holzbrett jedenfalls lässt sich nur mit viel Geschick in der Schwebe halten.

Der erste One-second-Stand endet abrupt mit hilflosem Armgeruder und einem beherzten Absprung neben den Fernsehsessel. Mit der Zeit kann man die Schräglage zähmen. Man ist ständig kurz vor dem Umkippen, hält sich dabei aber mit etwas Übung ganz gut - womit der positive Effekt des Geräts wahrscheinlich bereits belegt ist.

Die Herausforderung für Muskeln und Geschicklichkeit hat auch ihren spielerischen Reiz. Aber der verfliegt mit der Zeit. Bei aller Neigung zur Konzentration - stundenlang mag man nicht kippeln, es sei denn, man hat sich zum ehrgeizigen Ziel gesetzt, am Ende auf einem Bein darauf stehen zu können. Viel mehr als Fernsehschauen oder Musikhören kann man dabei auch nicht. Ein naiver Versuch, die Brettartistik mit Bügeln aufzupeppen, scheiterte an drohenden Brandflecken.

Fazit: Unterhaltsamer als gerätelose Balanceübungen ist das Board allemal. Für das Balance Board spricht außerdem, dass es nach dem Training unauffällig unter jedem Schrank verschwindet. Genauso schnell ist es hervorgeholt und einsatzbereit. Zu erforschen wäre noch, wie sich die Übungen auf dem Balance Board auf die Erfolge bei Wii auswirken.

Infos: Das Balance Board Pro von Sissel ist im Sporthandel erhältlich und kostet 49,90 Euro.

Weitere Infos unter www.sissel.de