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Freundschaft:Echte Kuscheltiere

Ich mag dich! Das Giraffenbaby Jazz und der Wachhund Hunter sind dicke Freunde.

(Foto: Jerome Delay/AP)

Die Natur hat ihre eigenen Gesetze. Eines davon lautet: Es gibt Jäger und Gejagte. Manchmal läuft es aber auch ganz anders: Acht ungewöhnliche Tierfreundschaften aus aller Welt, von Tiger und Ziege bis Katze und Kragenbär.

Tiger und Ziege

Eigentlich war die Ziege Timur als Snack für den Tiger Amur gedacht. Doch statt ihn zu fressen, freute sich die Raubkatze über einen neuen Freund. Wochenlang teilten sich die beiden in einem russischen Zoo das Gehege, die Besucher waren begeistert. Doch wie es mit Freunden eben so ist: Irgendwann gab es Streit. Eines Tages pikste Amur den Tiger zu doll mit seinen Hörnern. Die Raubkatze packte ihn und schleuderte ihn einen Hügel herunter. Die Ziege musste schwer verletzt zum Tierarzt - und zog danach in ein eigenes Gehege um.

Giraffenbaby und Schäferhund

Eigentlich kümmern sich die Tierschützer im südafrikanischen Nashorn-Waisenhaus "The Rhino Orphanage" um kleine Dickhäuter, die ihre Eltern verloren haben. Im Moment wohnt aber auch die junge Giraffe Jazz in der Auffangstation. Ihre Mutter hatte sie nach der Geburt zurückgelassen. Allein unter Nashörnern fand sie zum Glück schnell einen Freund: Der Wachhund Hunter wich ihr vom ersten Tag an nicht von der Seite und übernachtete sogar bei Jazz. So schön diese Freundschaft auch sein mag, bald wird sie enden: Wenn Jazz alt und kräftig genug ist, soll sie zurück in die Wildnis.

Schwein und Kuh

Das Schwein Rudi entdeckte auf einem Bauernhof in Deutschland seine Leidenschaft für Kuhmilch. Regelmäßig besuchte der junge Eber die Kuh Eddi. Sie duldete den ungewöhnlichen Gast am Euter, obwohl sie selbst ein Kälbchen hatte. Leider gab es für die beiden kein Happy End: Ihre Freundschaft endete auf dem Schlachthof.

Raubkatze und Hund

Weil seine Mutter für den Geparden Kumbali nicht genug Milch hatte, zogen die Tierpfleger im Metro Richmond Zoo ihn mit der Flasche auf. Damit er nicht einsam ist, suchten sie ihm einen tierischen Freund und fanden den Labradormischling Kago. Hund und Raubkatze verstanden sich auf Anhieb. Inzwischen sind beide groß und eine der Hauptattraktionen des Tierparks. Viele Besucher kommen nur, um sie zu sehen.

Schlange und Hamster

Wie bei Timur und Amur wurde auch im Fall von Hamster Gohan und Schlange Aochan aus Futter Freundschaft: Weil die Schlange seit zwei Wochen keine gefrorenen Mäuse mehr anrührte, wollten es die Tierpfleger eines japanischen Zoos mit einem lebenden Nager probieren. Doch die Schlange und der Hamster wurden beste Freunde und lebten gemeinsam in einem Terrarium. Manchmal kletterte Gohan sogar auf Aochans Rücken und machte auf der Schlange ein gemütliches Nickerchen.

Hund und Fuchs

Die Freundschaft zwischen Schäferhund Tinni und einem kleinen Fuchs begann mit einem Waldspaziergang. Der norwegische Naturfotograf Torgeir Berge wollte dabei Fotos von Bäumen machen. Plötzlich tauchte ein kleiner Fuchs auf und beschnupperte den großen Schäferhund. Eigentlich sind Füchse sehr scheue Tiere, dieser aber suchte offensichtlich einen Spielkameraden. Ab sofort tauchte jedes Mal, wenn Berge mit seinem Hund in den Wald ging, der kleine Fuchs auf und spielte mit Tinni. Sogar seinen Bau verlegte er in die Nähe der Hütte, in der der Fotograf regelmäßig übernachtete. Aus der Geschichte der beiden ist sogar ein Kinderbuch entstanden.

Katze und Kragenbär

Zehn Jahre lang waren Mäuschen und Muschi unzertrennlich. Eines Tages war die Katze Muschi im Berliner Zoo im Gehege von Kragenbär Mäuschen aufgetaucht - und die Bärin nahm sie bei sich auf. Sogar gegen andere Bären verteidigte sie ihre neue Freundin. Oft kuschelten sie zusammen, teilten sogar ihr Essen. Als sie wegen Umbauarbeiten vorübergehend getrennt wurden, schrie die Katze so lange, bis der Zoodirektor sie wieder zusammenbringen ließ.

Riesenschildkröte und Nilpferd

Von den Wellen eines Wirbelsturms wurde das Flußpferd Owen an den Strand der kenianischen Stadt Malindi gespült. Tierschützer brachten das verwaiste Nilpferd in einen Wildpark. Dort fand es in der 130 Jahre alten Riesenschildkröte Mzee einen neuen Freund. Die beiden grasten und badeten zusammen. Am liebsten aber ließ sich Mzee das Gesicht abschlecken.

© SZ vom 25.01.2020
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