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Aktuelles:Platzangst

Manchester United - FC Liverpool

Undankbarer Job: Weil kein Spieler gerne eine rote Karte, einen Eckschuss oder gar einen Elfmeter kassiert, ist immer jemand wütend auf den Schiedsrichter – hier sind es Spieler des FC Liverpool.

(Foto: dpa)

Immer wieder werden Schiedsrichter von Fußballern angegriffen. Nun hat ein besonders brutaler Fall aus Hessen den Sport erschüttert. Wie geht es jetzt weiter?

Am Wochenende sind in Berlin fast 1500 Fußballspiele ausgefallen. Der Grund: Die Schiedsrichter sind zu Hause geblieben. Nicht einfach so, sondern aus Protest. Sie wollen nicht länger hinnehmen, dass sie bei ihrer Arbeit ständig beleidigt, bepöbelt, geschlagen, getreten oder bedroht werden. Vor allem in der Kreis- und Landesliga fliegen nämlich immer öfter nicht nur Bälle, sondern auch die Fäuste. Erst am Sonntag wurde ein Schiedsrichter bei einer Partie des FSV Münster in Hessen von einem Spieler so brutal verprügelt, dass er mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste. Der Vorfall hat eine Diskussion über Gewalt auf dem Fußballplatz ausgelöst, ein Einzelfall ist er aber nicht. Allein in der letzten Saison gab es im Fußball mehr als 2900 Angriffe auf Unparteiische. In der Amateurliga haben deshalb immer weniger Menschen Lust, Spiele zu pfeifen. Doch ohne Schiedsrichter geht es nicht, jemand muss für ein faires Spiel sorgen. Was also tun? Die Schiedsrichter haben da einige Ideen: Sie fordern zum Beispiel eine Regelkunde für die Spieler. Und sie wollen, dass die Vereine bei jedem Spiel zwei Ordner abstellen, die ihnen in brenzligen Situationen helfen sollen. Außerdem wünschen sie sich härtere Strafen für gewalttätige Spieler, am besten durch Sportgerichte. In Sachen Strafen hat der FSV Münster schon einen Anfang gemacht: Nach der Attacke hat der Verein seine Mannschaft aus dem Spielbetrieb abgemeldet und dem prügelnden Spieler Hausverbot erteilt - lebenslang.

© SZ vom 02.11.2019
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