Zombie-Buch "A Brain is for Eating" Auch Zombies sind Menschen

Ist das Ganze originell? Na ja, ein bisschen. Vor allem ist dieses "Kinderbuch", das sich aufgrund der Gewalt natürlich eher an Erwachsene richtet, aber ein schamloser Trittbrettfahrer, der auch ein Stück vom Zombiekuchen abhaben will. Ein verdammt sympathischer allerdings. Das liegt nicht so sehr an dem Szenario, an der satirischen Vermischung von Kinderbüchern und Zombies, als vielmehr an den lebendigen Illustrationen und den scharfzüngigen Reimen, die sich unter den Bildern befinden.

Zwischen "Oh, sind die süß" und Horror

Für die Illustrationen konnten Dan und Amelia Jacobs den Zeichner Scott Brundage gewinnen, der normalerweise für amerikanische Magazine wie Scientific America oder The Wall Street Journal arbeitet. Seine Illustrationen machen den Charme von "A Brain is for Eating" aus. "Durch Scott hat die Geschichte eine neue Art von Humor bekommen. Ohne ihn wäre das Buch viel blutiger und ekelhafter geworden, als es jetzt ist", erklärt Jacobs.

Tatsächlich bewegen sich die Illustrationen auf einem schmalen Grat. "Es war nicht einfach, die richtige Mischung zu finden von niedlich und furchterregend, verspielt und makaber, gruselig und kultig", sagt Jacobs. Letztlich ist es gerade dieses Gleichgewicht zwischen "Oh, sind die süß" und Horror, das die Illustrationen so sehenswert macht. Da ist die blutrünstige Gewaltdarstellung auf der einen Seite, auf der anderen sind die gut gelaunten, rotzfrechen Zombiekinder.

Ein stehender Schulbus wird für die Zombiekinder schnell zum "Essen auf Rädern".

(Foto: Scott Brundage)

Kickstart für die Apokalypse

Vielleicht erklärt sich der Erfolg des Buches vor diesem Hintergrund. Immerhin wurde das Projekt durch die Crowdfunding-Plattform Kickstarter.com innerhalb von nur einem Monat finanziert. Oder es lag an der klugen Einbindung des Publikums. Die Kinder der Unterstützer erscheinen nämlich als Figuren im Buch, frei nach dem Motto: "Schau mal, so würdest du aussehen, wenn du ein Zombie wärst."

Neu ist diese Idee nicht, ein schlauer Marketingtrick bleibt sie trotzdem. Und ganz nebenbei verdeutlicht sie, dass im Hintergrund von "A Brain is for Eating", so wie eigentlich überall, wo es um Zombies geht, eine Allegorie am Werk ist. Denn für ihre Eltern mögen die Kinder ein ständiger Grund zur Freude sein, keine Frage. Selbst wenn sie die Nase an der frisch geputzten Scheibe plattdrücken oder sich in Mülltonnen verstecken. Doch "A Brain is for Eating" spricht aus, was man sich manchmal gar nicht zu sagen traut: Dass Kinder hin und wieder auch mal richtige kleine Monster sein können.

Das Kickstarter-Projekt ermöglicht den Spendern, Bilder von ihren eigenen Kindern als Zombies in dem Buch zu verewigen.

(Foto: Scott Brundage)

"A Brain is for Eating" ist unter http://www.abrainisforeating.com/ als Download für Kindle und im ePub-Format erhältlich. Eine gebundene Version soll am 21. Juli erscheinen.