Wichtigster deutschsprachiger Literaturpreis Zeichner Tex Rubinowitz gewinnt Bachmann-Preis

Tex Rubinowitz freut sich über den Bachmann-Preis und einen schönen Blumenstrauß.

(Foto: dpa)

Der 38. Ingeborg-Bachmann-Preis geht an den in Österreich lebenden Cartoonisten und Schriftsteller Tex Rubinowitz. Der hat den Sieg in einer Stichwahl errungen.

  • Der 38. Ingeborg-Bachmann-Preis geht an Tex Rubinowitz. Der gebürtige Hannoveraner lebt als Cartoonist, Schriftsteller und Musiker in Wien.
  • Der Bachmann-Preis ist mit 25 000 Euro dotiert und gilt als der wichtigste Preis in der deutschsprachigen Literatur.

Stichwahl nach vier Runden

Tex Rubinowitz hat den 38. Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. In vier Runden hatte er sich am Ende in einer Stichwahl gegen seinen härtesten Konkurrenten, den Schweizer Michael Fehr, durchgesetzt. Der 52-jährige Rubinowitz, der auf das obligatorische Video-Portrait verzichtet hatte, las die Erzählung "Wir waren niemals hier". Darin erinnert sich der Ich-Erzähler an eine lang vergangene Beziehung mit einem Mädchen aus Litauen, eine problematische Beziehung mit einem "durch und durch pragmatischen Menschen", wie sie in dem Text bezeichnet wird.

Die vielen Talente des Rubinowitz

Tex Rubinowitz (eigentlich: Dirk Wesenberg) ist gebürtiger Hannoveraner, lebt aber schon seit den 1980er Jahren in Wien. Er ist ein Mann vieler Berufe: Am bekanntesten sind seine Cartoons und Zeichnungen unter anderem für taz, FAS, Titanic. Außerdem arbeitet Rubinowitz als Reiseschriftsteller, ist Verfasser mehrerer Bücher in Listenform (darunter: "Die sieben Plurale von Rhabarber" und "Die sexuellen Phantasien der Kohlmeisen"), Musiker und Labelbetreiber. Für das von ihm mitbegründete Netz-Forum "Die höflichen Paparazzi" hat Rubinowitz schon mehrfach den Bachmann-Preis beobachtet.

Wichtigster Preis der deutschsprachigen Literatur

Mit der Wahl gingen am Sonntag in Klagenfurt die "38. Tage der deutschsprachigen Literatur" zu Ende. Der mit 25 000 Euro dotierte Preis ist nach der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973) benannt und gilt als eine der renommiertesten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Auf die diesjährige Shortlist schafften es von 13 Teilnehmern neben Rubinowitz und Fehr die Deutschen Katharina Gericke, Anne-Kathrin Heier und Senthuran Varatharajah, sowie die Österreicher Gertraud Klemm und Roman Marchel. Im Vorjahr gewann Katja Petrowskaja mit "Vielleicht Esther" den Bachmann-Preis.