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Van Morrison:"Dieses Leben würde ich niemandem empfehlen"

Van Morrison in concert

Hektisch, wirsch und aggressiv-defensiv tritt Van Morrison zunächst auf - bis man ihn auf sein neues Album anspricht.

(Foto: dpa)

Van Morrison wettert bei einem morgendlichen Treffen im irischen Belfast übers Musikgeschäft - und zerstört ganz nebenbei eine kleine Normalo-Illusion.

Einen Gesprächstermin mit Rocklegende und "Moondance"-Sänger Van Morrison zu vereinbaren, ist eine Geduldsprobe. Da gibt es telefonische Vorgespräche mit einem Manager, dann sollen die Interviewfragen vorgelegt werden, gleich mehrere Termine platzen kurzfristig und schließlich, nach wochenlangem Schweigen, muss alles ganz schnell gehen.

Treffpunkt: Ein Montagmorgen im nordirischen Belfast, im Fünf-Sterne-Golfresort "The Culloden", begleitet von einer jungen Assistentin, deren Job darin besteht, dem Meister ein Glas Wasser für seine Tabletten zu reichen.

Der Nordire Van Morrison selbst tritt als kleiner, kompakter älterer Herr mit Ledermütze, Lederjacke, rosa Poloshirt, Jeans und lichtem Schädel auf. Zudem ist er hektisch, wirsch und aggressiv-defensiv. Was sich erst etwas legt, als man ihm kräftig Honig ums Doppelkinn schmiert und ihn aufs neue Album "Keep On Singing" anspricht.

Zum Glück nimmt's der Meister damit dann aber doch nicht so genau und erklärt sehr bestimmt: "Das ganze Musikgeschäft besteht aus einem Haufen Verbrecher, die die Künstler nach allen Regeln der Kunst ausnehmen. Und deswegen kann ich nur sagen: Diesen Job und dieses Leben würde ich niemandem empfehlen." Er lässt sich auch über das Internet aus, die Amerikaner und alles andere, was man seinen ärgsten Feinden wünschen sollte.

Ach, und eine kleine Normalo-Illusion zerstört er auch gleich mit: "Ich habe noch nie Frauen mit Musik erobert. Oder zumindest haben sie das nicht zugegeben. Sorry, dass ich da eine Fantasie zerstören muss."

© SZ.de/cag
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