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Zerstörte Kunstwerke:Ins Millionen-Dollar-Gemälde gestolpert

Pablo Picasso - imago

Eingerissen, verbrannt, bewusst verschandelt: Auch manche Arbeiten Picassos mussten schon viel ertragen.

(Foto: imago stock&people)

Im Gegensatz zu den Werken Beuys', Kippenbergers und Banksys werden die Gemälde, Grafiken und Plastiken Pablo Picassos in den meisten Fällen auch von Unbedarften als Kunst erkannt. Dennoch scheinen sie die Zerstörung fast magisch anzuziehen - ein Eindruck, der auch ihrer außerordentlichen Anzahl geschuldet sein könnte: Allein Picasso hat Schätzungen zufolge etwa 50.000 Kunstwerke geschaffen.

Seinem Gemälde "L'Acteur", das im New Yorker Metropolitan Museum of Art beheimatet ist, widerfuhr ein auf den ersten Blick besonders ungewöhnliches Schicksal: Eine junge Frau, die zu einer Gruppe von Kunststudenten gehörte, stolperte und fiel geradeaus in die zwei mal 1,15 Meter große Leinwand. Das Resultat: An der rechten unteren Ecke des Bildes klaffte ein etwa 15 Zentimeter breiter Riss. Das Bild wurde nach dem Unglück zu Konservatoren gebracht, die es so wiederherstellen konnten, dass der Makel nicht weiter auffiel.

Dass "L'Acteur" mit seinem Schicksal nicht allein ist, zeigt die Geschichte des amerikanischen Milliardärs Steve Wynn. Für 139 Millionen Dollar wollte er Picassos "Le Rêve" an einen New Yorker Manager verkaufen. Der Deal war bereits eingefädelt, da stieß Wynn auf der Verkaufs-Party voller Überschwang versehentlich seinen Ellbogen in das Gemälde.

Auf der Liste der beschädigten Picasso-Bilder stehen des Weiteren mehrere Arbeiten, die bei Bränden zerstört wurden, sowie das Gemälde "Femme au fauteuil rouge", das in einem Museum im amerikanischen Houston von einem Vandalen beschmiert wurde.

Der jüngste bekanntgewordene Kunstfrevel ereignete sich im spanischen Städtchen Borja - und er war eigentlich gut gemeint. Cecilia Giménez, eine Frau in ihren Achtzigern, gelangte in Spanien zu ungewollter Berühmtheit, nachdem sie ein Kirchenfresko aus dem 19. Jahrhundert übermalt hatte. Mit Farbe und Pinsel rückte sie dem durch eindringende Feuchtigkeit zunehmend beschädigten Wandgemälde zu Leibe. Weil das Ergebnis eher einem Affen als einer Christusdarstellung gleicht, muss die selbsternannte Künstlerin möglicherweise mit einer Klage rechnen.

Ein Blick in die Reihe verschandelter und vernichteter Arbeiten bedeutender Künstler zeigt: Machen sich Laien an einem Kunstwerk zu schaffen, endet das meist böse. Ganz egal, ob sie es mit besten oder schlechtesten Absichten getan haben.

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